Antientzündliches Essen - Cibatus

Antientzündliches Essen

Antientzündliches Essen

Was haben Akne, Gastritis, Rheuma, Herzmuskelentzündung, Diabetes mellitus Typ 1 oder Multiple Sklerose gemeinsam? Alle Erkrankungen sind ursprünglich auf entzündliche Prozesse im Körper zurückzuführen. Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen, denn unzählige Krankheitsbilder sind in ihrer Entstehungsursache auf Entzündungen zurückzuführen.

Und was hat das mit Essen zu tun? Nahrungsmittel enthalten Substanzen, welche die Entzündungssymptomatik verstärken oder abschwächen können. Somit kann sich unsere tägliche Ernährung auf den Verlauf entzündlicher Erkrankungen positiv und negativ auswirken, was bei jeder schulmedizinischen Behandlung Berücksichtigung finden sollte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kommt antientzündliches Essen mit seinem hohen Stellenwert für die Gesundheit ins Spiel.

Was sind Entzündungen?

Bei einer Entzündung kommt es zu körpereigenen Abwehrreaktionen mit dem Ziel, potenzielle Schädlinge zu eliminieren. Entzündungen sind somit die Antwort des Immunsystems auf schadenbringende Faktoren und als solches durchaus sinnvoll – zu den Gefährdern zählen zum Beispiel Bakterien, Viren, Giftstoffe, Schwermetalle oder körpereigene Proteine. Proteine sind im Unterschied zu allen anderen Faktoren völlig harmlos, allerdings werden sie vom Körper aus bisher nicht vollständig geklärtem Grund als gefährlich eingestuft. Sobald tatsächliche oder vermeintliche Schädlinge identifiziert wurden, werden diese durch die Immunabwehr angegriffen und die Entzündung eingeleitet: Immunzellen werden gebildet, Blutgefäße verändert und Krankheitserreger, Fremdstoffe, Zelltrümmer & Co. aus dem Gewebe entfernt und schließlich die Wundheilung eingeleitet.

Der Fachbegriff für Entzündungen setzt sich aus dem Ort des entzündlichen Geschehens und der griechischen Endung -itis zusammen; so einen Erkrankungen wie Otitis, Colitis, Vasculitis, Dermatitis, Meningitis, Enzephalitis, Karditis oder Parodontitis die Gemeinsamkeit, dass es sich bei allen um eine ursächlich entzündliche Abwehrreaktion des Immunsystems handelt – ausgelöst durch verschiedene in Frage kommende Erreger.

Erwähnenswert ist diesbezüglich auch die mittlerweile große Zahl der Autoimmunerkrankungen. Dabei handelt es sich um ebenfalls entzündliche Krankheitsbilder, bei welchen sich die Immunabwehr gegen körpereigenes Gewebe richtet. Voraussetzung dafür ist, dass bestimmte Proteinstrukturen soweit verändert wurden, dass sie vom Immunsystem nicht mehr als körpereigen erkannt und in Folge angegriffen werden.

Am Ort des entzündlichen Geschehens entstehen chronische Entzündungsherde mit Rötungen, Überwärmungen, Schwellungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die bei Fortschreiten zu Gewebszerstörung und Knochendemineralisierung führen können. Darüber hinaus kommt es zu der typischen, teils heftig ausfallenden, entzündungsbedingten Schmerzsymptomatik.

Für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen existieren mehrere Behandlungsstrategien:

Welche Behandlungsstrategie verfolgt die Schulmedizin?

Die klassische Medizin greift bei der Therapie von Autoimmunerkrankungen zu starken Arzneisubstanzen, die die körpereigene Immunabwehr und die Symptome der Entzündungsreaktionen sowie Schmerzen unterdrücken sollen. Dazu zählen insbesondere Cortison (z.B. Hydrocutan®, Volon®), nicht steroidale Entzündungshemmer (z.B. Ibuprofen®, Diclofenac®), Immunsuppressiva (z.B. Methotrexat®) sowie diverse Aspirin-Abkömmlinge. Darüber hinaus existieren Therapieversuche mit Immunglobulinen, Cyclosporinen, Zytokinen, monoklonalen Antikörpern, Stammzell-Transplantation sowie auch mit Gentechnik.

Welche Behandlungsstrategie verfolgt die Ernährungsmedizin?

Die Ernährungsmedizin stellt die Auslöser von Entzündungen in den Mittelpunkt und konzentriert sich auf jene Komponenten in der Ernährung, die Entzündungen entstehen und zurückgehen lassen können. Die Art der Ernährung kann somit auf den Verlauf entzündlicher Prozesse entscheidenden Einfluss nehmen – je mehr anti-entzündliche und je weniger pro-entzündliche Stoffe in den Körper gelangen, desto besser lassen sich entzündungsbedingte Erkrankungen in den Griff bekommen.

Ernährungsmediznische Therapie

Weniger entzündungsfördernde Substanzen!

Zu den Entzündungsförderern zählen die üblichen Verdächtigen: raffinierte Zucker und alle Lebensmittel, die diesen enthalten sowie tierische Fette, tierische Eiweiße und Auszugsmehle. Eine besonders entzündungsfördernde Substanz ist übrigens Arachidonsäure, die in hohen Mengen in tierischen Fetten vorhanden ist! Sie dient als Ausgangssubstanz für die Bildung von Prostaglandinen, die der entzündlichen Abwehr als Munition dienen – je mehr Arachidonsäure verzehrt wird, desto mehr kann davon gebildet und „abgefeuert“ werden. Daher sollten fetthaltige tierische Produkte bei akuten oder chronischen Entzündungen reduziert oder idealerweise zur Gänze gemieden werden.

Mehr entzündungshemmende Substanzen!

Unsere Nahrung hat eine Vielzahl an natürlichen Entzündungshemmern zu bieten. Ganz oben rangieren Antioxidanzien, zu welchen Carotinoide, Vitamin C, Vitamin E und Polyphenole zählen. Unter den Gewürzen stehen das Curcumin in Kurkuma, Ingwer und Curry sowie das Capsaicin der Chili-Schote an vorderster Stelle. In Früchten kommt dem Bromelain der Ananas, und in Lauchgewächsen den Sulfiden von Knoblauch und Zwiebel ein hoher antientzündlicher Stellenwert zu. Monoterpene ätherischer Öle aus Salbei, Baldrian, Pfefferminze und schwarzem Pfeffer sind ebenfalls antientzündlich. Unter den antientzündlichen Fetten stechen Omega-3-Fettsäuren (ALA, DHA und EPA) hervor, welche in Leinöl, Chiaöl, Walnussöl, fettem Seefisch wie Lachs, Hering, Makrele und Sardelle enthalten sind. Unter den Mineralien wirken Magnesium, Kupfer, Selen und Zink stark antientzündlich!

Ausreichend Trinken!

Der menschliche Körper besteht zu rund 70 Prozent aus Wasser. Mit ausreichend Flüssigkeit können entzündliche Substanzen besser eliminiert sowie wichtige Nährstoffe an den Ort ihres Bedarfs transportiert werden. Tipp: Wasser öfters in Kombination mit Zitrone genießen, weil die Inhaltsstoffe der exotischen Südfrucht antientzündlich wirken und darüber hinaus die Ausleitung und Entsäuerung fördern.

Gesunde Darmflora!

Im Darm befindet sich der Sitz der Gesundheit sowie etwa 70 Prozent des Immunsystems. Je stabiler die Darmflora beschaffen ist, desto besser funktioniert auch die Filterfunktion und desto geringer ist die Durchlässigkeit für problematische Substanzen. Aktive Unterstützer einer gesunden Darmflora sind Probiotika, Glutamin, Omega-3-Fettsäuren, Pantothensäure und Zink.

Günstiger Blutzuckerspiegel!

Hohe Blutzuckerspiegel, wie sie nach dem Verzehr kohlenhydratreicher und zuckerhältiger Mahlzeiten auch bei Nicht-Diabetikern auftreten, führen zu Verzuckerungsprozessen (Glykosylierungen), die Entzündungen in Gang setzen können. Daher kommt einem gesunden Blutzuckerspiegel ein hoher Stellenwert zu – idealerweise mittels Reduktion von Zuckern und Stärke sowie mit ausreichend Zink, Chrom, Mangan, B-Vitaminen, Vitamin D und Carnosin.

Normalgewicht!

Fettdepots sind stoffwechselaktiv und setzen sogenannte Zytokine frei, die im gesamten Körper Entzündungen hervorrufen können. Das gilt insbesondere für übermäßige Fetteinlagerungen um die Körpermitte, also viel Bauchfett. Das Problem: Fett ist mehr als ein bloßer Energiespeicher, weil es  auch in Stoffwechselprozesse und Immunreaktionen eingreifen kann. Somit ist es wenig verwunderlich, dass eine Gewichtsreduktion bereits ein hochwirksames Therapeutikum für sich darstellt, um Entzündungen zu reduzieren. Umgekehrt kann Adipositas ein Hemmfaktor für das Erreichen von Beschwerdefreiheit sein – ein Phänomen, das auch die Schulmedizin immer öfter an die Grenzen ihrer Behandlungsmöglichkeiten stoßen lässt. Deshalb: auf zu Normalgewicht um antienzündliche Ernährung sowie Medikamente besser wirken zu lassen!

Mehr Bewegung!

Bewegung stellt ein Wundermittel für sich dar – nicht nur, wenn es um das antientzündliche Potenzial geht, aber auch. So ist bekannt, dass körperliche Betätigung nachweislich den pro-entzündlichen Zytokinspiegel absenkt. Darüber hinaus wirkt Bewegung entsäuernd, wodurch ebenfalls pro-entzündliche, säurebildende Faktoren neutralisiert werden – allen voran Zucker, die bei Bewegung zwecks Energiegewinnung abgebaut werden. Sport wirkt auch durchblutungsfördernd, wodurch Entzündungsauslöser besser abtransportiert werden können.

Weniger emotionalen Stress!

Stress bedeutet, dass Stresshormone freigesetzt werden, die sich bei gehäuftem Auftreten problematisch auswirken können. Dazu zwei Beispiele: Das Stresshormon Noradrenalin bewirkt eine Aktivierung des sogenannten Transkriptionsfaktors NF-κB, der für die Entstehung von Entzündungen verantwortlich gemacht wird. Das Stresshormon Cortisol hat zwar prinzipiell die Aufgabe, das Immunsystem zu „bändigen“, kann allerdings bei permanent hohem Spiegel zu einem Gewöhnungseffekt und somit zu einer Abnahme der Empfindlichkeit führen, was der Produktion von entzündlichen Zytokinen und Entzündungen Tür und Tor öffnen würde. Stress erhöht darüber hinaus die Blutzuckerkonzentration, was wiederum pro-entzündlichen Verzuckerungsprozessen in die Hände spielt. Dauerhafter Stress sollte daher unbedingt vermieden werden!

Weniger oxidativen Stress!

Es gibt oxidativen Stress, der ebenfalls zum Problem werden kann: im oxidativem Stresszustand produziert der Körper freie Radikale, die das Potenzial haben viel Schaden anzurichten. Radikalbildner sind zum Beispiel emotionaler Stress, Genussgifte wie Alkohol und Nikotin, Chemikalien, Abgase und Hochleistungssport. Nachdem freie Radikale Körperstrukturen schädigen können, bringen sie meist binnen kurzer Zeit das Immunsystem in Stellung, und mit ihm eine kräftig-entzündliche Abwehrreaktion.

Daher sollten einerseits zu viele Radikalbildner gemieden werden, sowie deren natürliche Gegenspieler genützt werden. Natürliche Gegenspieler zu den oxidativen Stress auslösenden Oxidanzien sind Antioxidanzien. Zu den Antioxidanzien zählen insbesondere die Vitamine A, C und E.

Unterstützung körpereigener Entsorgungssysteme!

Das Glutathionsystem ist an der Reparatur und Entsorgung von chemisch veränderten Proteinen verantwortlich. Es zählt zu den wichtigsten Antioxidanzien des Körpers. Es besteht die Möglichkeit, Glutathion als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Antientzündliche Empfehlungen

Es ist ganz leicht antientzündlich zu essen…

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