Eisen - Cibatus

Eisen

Eisen

Eisen ist in der Schulmedizin angekommen, denn seine Wirkkraft wird in bestimmten Situationen gezielt eingesetzt. Genau genommen handelt es sich um eine Behandlungsmethode der orthomolekularen Medizin, welche die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Nährstoffen therapeutisch nutzt.

Wofür wird Eisen benötigt?

Eisen ist ein Spurenelement, das für Menschen gleichermaßen bedeutsam ist wie für Tiere und Pflanzen. Pflanzen benötigen Eisen für die Photosynthese und für die Bildung des Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll. Säugetieren und Menschen dient Eisen als Blutfarbstoff, wodurch das Blut lebenswichtige Aufgaben wahrnehmen kann.

[tw-toggle title=“Blut mikroskopisch betrachtet„] Blut wird im Knochenmark gebildet und besteht aus einem festen und einem flüssigen Anteil. Der feste Anteil sind die Blutzellen, welche sich in Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) unterteilen – auf sie entfällt rund 40 bis 50 %. Den flüssigen Anteil bildet das Blutplasma, das sich überwiegend aus Mineralien, Plasmaproteinen, Nährstoffen wie z.B. Glukose und Lipide sowie Hormonen zusammensetzt. Blutplasma macht die restlichen 50 bis 60 % des Bluts aus.

Zu den Aufgaben des Bluts zählen der Gasaustausch – also die Versorgung aller Gewebe mit Sauerstoff (O2) sowie der Abtransport von Kohlendioxid (CO2). Darüber hinaus transportiert Blut Nährstoffe, Hormone sowie diverse Abbauprodukte. Es ist auch Bestandteil der Immunabwehr und sichert den Wundverschluss durch Fibrin- und Koagelbildung. Außerdem verteilt Blut die Körperwärme und ist somit an der Wärmeregulation beteiligt. Der Mensch besitzt insgesamt rund 5 bis 6 Liter Blut, das über – das durchschnittlich 150.000 km lange Gefäßsystem (sic!) – alle Zellen des menschlichen Körpers erreichen kann.
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Eisen sichert die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers

Hämoglobin übernimmt die Aufgabe, den eingeatmeten Sauerstoff von der Lunge in alle Zellen des Körpers sowie CO2 zurück zur Lunge zu transportieren, wo es abgeatmet werden kann. Eisen ist fixer Bestandteil von Hämoglobin.

[tw-toggle title=“Hämoglobin chemisch betrachtet“] Hämoglobin ist der rote Farbstoff der roten Blutkörperchen. Chemisch betrachtet ist es ein großes Eiweißmolekül, das 4 eisenhaltige Häm-Gruppen besitzt. Jede Häm-Gruppe enthält als zentralen Bestandteil ein Eisen-Molekül, das von den Protein Globin umgeben ist. Aus Häm und Globin setzt sich auch der Name Hämoglobin zusammen.
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Eisen versorgt Herz und Muskulatur zusätzlich mit Sauerstoff

Eisen ist Bestandteil von Myoglobin. Myoglobin kommt in Herz und Muskulatur vor, wo es Sauerstoff binden und speichern kann. Das gewährleistet eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff. Viel Myoglobin befindet sich zum Beispiel in Muskeln, die auf Ausdauerleistung spezialisiert sind und einen hohen Sauerstoffbedarf besitzen.

Eisen stärkt das Immunsystem

Eisen wirkt immunstärkend indem es die Aktivität und Anzahl der Makrophagen und B- und T-Lymphozyten positiv beeinflusst sowie die Bildung von Antikörpern fördert.

Makrophagen sind Fresszellen, Lymphozyten sind an der Abwehr beteiligt und bilden zu diesem Zweck Antikörper. Antikörper – auch bekannt als Immmunglobuline – werden als Gedächtnisantwort nach einer „Schlacht“ gebildet um „Feinde“ (Antigene) schnell identifizieren zu können.

Eisen sorgt für Energie

Eisen wird für die Umwandlung des Energiesubstrats Zucker in Bewegungsenergie benötigt. Erst unter Mitwirkung von Eisen entsteht Adenosintriphosphat. Adenosintriphosphat fungiert in den Mitochondrien (= Kraftwerke der Zellen) als universeller Energieträger, weshalb die körpereigene Energiegewinnung und somit auch das Leistungspotenzial direkt an Eisen gekoppelt ist.

Eisen sorgt für Hormonwirkung

Viele Hormone, unter anderem die „Glückshormone“ Serotonin, Dopamin, Melatonin sowie Cortisol, Schilddrüsen- und Geschlechtshormone sind auf ausreichende Eisenvorräte angewiesen. Zu den Aufgaben von Hormonen zählen Funktionen wie Wärmeumsatz, Sauerstoffverbrauch und Energieausnutzung sowie die Regulation von Blutzucker, Blutdruck und Herzschlag – daher kann eine zu geringe Hormonwirkung auch mit zu geringen Eisenmengen in Zusammenhang stehen.

Tipp bei Übergewicht unbekannter Ursache!
Jod ist fixer Bestandteil des Schilddrüsenhormons und somit für die Funktion der Schilddrüse unerlässlich. Fehlt Jod, wird zu wenig Schilddrüsenhormon gebildet und es kommt zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) mit Kropfbildung; eine Unterfunktion bedingt oftmals eine Gewichtszunahme trotz geringer Kalorienzufuhr. Eisenmangel kann die Aufnahme von Jod hemmen, weshalb bei Übergewicht oder Gewichtszunahme unbekannter Ursache, spätestens aber bei der Diagnosestellung Schilddrüsenunterfunktion, auch der Eisen-Status überprüft werden sollte.

Eisenmangel kann die Aufnahme von Jod hemmen!

Was sind die Folgen von Eisenmangel?

Eisenmangel verursacht Blutarmut

Wenn zu wenig Hämoglobin produziert wird und eine Anämie (Blutarmut) entsteht, verringert sich der gesamte Sauerstofftransport im Körper. Aufgrund der enormen Wichtigkeit des Sauerstofftransports wird die Blutbildung als letztes zurückgefahren. Blutarmut zählt zu den letzten Symptomen bei Eisenmangel und sollte entsprechend ernst genommen werden – in Fachjargon wird diese Form als mikrozytäre, hypochrome Anämie bezeichnet.

Eisenmangel fördert Entzündungen

Entzündliches Gewebe benötigt ausreichend Sauerstoff um zu heilen. Je geringer der Eisenstatus, desto geringer ist die Kapazität Sauerstoff zu transportieren. Zum Vergleich: Gewebe, das gar nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird, stirbt ab – das gilt für verletztes gleichermaßen wie für intaktes Gewebe.

Eisenmangel schadet dem Aussehen

Damit Eisen seinen Hauptaufgaben so gut wie möglich nachkommen kann, wird vor der Einschränkung seiner wichtigsten Aufgabe auf allen anderen Gebieten gespart: optische Beeinträchtigungen von Haut, Haaren und Nägeln zählen daher zu den ersten Mangelsymptomen. Ein solcher Zustand äußert sich oftmals mit trockenem, splissigem Haar sowie trockener, rissiger Haut, offenen Mundwinklen (Rhagoden) und brüchigen Fingernägeln.

Blässe zählt dagegen zu den erst spät auftretenden Symptomen, weil diese das Resulat einer bereits stark erniedrigten Anzahl an roten Blutkörperchen ist: die Gesichtsfarbe entsteht durch das Durchschimmern des roten Blutfarbstoffs – je weniger davon vorhanden ist, desto blasser ist das Hautbild (und je mehr davon vorhanden ist, desto rötlicher & vitaler ist der Teint).

Eisenmangel beeinflusst Gemüt & geistige Leistungsfähigkeit

Die ungenügende Versorgung mit Sauerstoff führt zu „klassischen“ Mangelsymptomen wie Müdigkeit und Kopfschmerzen sowie Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Unruhezuständen und manchmal auch Depressionen.

Eisenmangel beeinflusst die körperliche Leistungsfähigkeit

Wenn aufgrund eines Mangels an Eisen weniger Hämoglobin produziert wird und sich eine Eisenmangel-Anämie entwickelt, verringert sich der Sauerstofftransport im Körper. Das hat direkte Auswirkungen auf die Muskulatur: je weniger Sauerstoff zur Verfügung steht und die körperliche Arbeit anaerob – also ohne Sauerstoff – verrichtet werden muss, desto höher ist die Herzfrequenz und desto stärker ist die Bildung von Milchsäure. Das geht mit Leistungsminderung einher!

Eisenmangel verschlechtert den Verlauf chronischer Erkrankungen

Chronische Erkrankungen wirken auf einen bereits bestehenden Eisenmangel ungünstig, weil sie körpereigene Eisenspeicher blockieren und die Eisenaufnahme über den Darm behindern können. Blutungen, Verletzungen und entzündliches Gewebe fördern Eisenverluste zusätzlich. Je weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, desto schlechter können Heilungsprozesse stattfinden – häufig betroffen sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie Herz- und Niereninsuffizienz.

Auch Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die unter Kurzatmigkeit, Atemnot und daraus resultierender körperlicher Schwäche leiden, sollten auf eine zufriedenstellende Versorgung mit Eisen achten. Die typische Symptomatik bei COPD bei ist zwar nicht die unmittelbare Folge eines Eisenmangels, wird aber durch Eisenmangel intensiviert.

Gibt es Faktoren, die einen Eisenmangel fördern?

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die einen Eisenmangel hervorrufen können.

Blutverluste

Der Verlust von Blut senkt parallel auch den Eisenstatus. Mögliche Gründe sind zum einen Wunden und Verletzungen, aber auch Menstruation, Blutspenden, chronische Entzündungsprozesse sowie Parasitenbefall können Eisenverluste verursachen.

Eisenaufnahme-Hemmer

Gerbstoffe in schwarzem Tee und Kaffee, Phosphate in Cola und Schmelzkäse sowie Phytinsäure in Getreide besitzen Eisen-bindende Eigenschaften und können die Aufnahme von Eisen reduzieren. Kaffee und Schwarztee sollten daher nur in Maßen getrunken werden. Phosphate sind beliebte Zusatzstoffe, die zur Gänze gemieden werden können. Getreide beinhaltet von Natur aus sehr viel Eisen, weshalb die Vollkorn-Varianten zu den guten Eisen-Lieferanten zählen und auch gegessen werden sollten!

Kuhmilch kann bei Säuglingen Eisenverluste über den Stuhl fördern – ein weiterer Aspekt, der die qualitativ hohe Bedeutung von Muttermilch hervorhebt!

Nährstoff-Mangel

Die ungenügende Zufuhr an Vitamine B12 und Folsäure kann einen Eisenmangel provozieren.

Schwermetall-Vergiftungen

Vergiftungen mit Blei, Cadmium und Aluminium führen zu einer Störung des Transferrin-Eisentransports, was den Eisen-Status empfindlich absenken kann. Transferrin ist das körpereigene Transportprotein für Eisen.

Wie hoch ist der Bedarf an Eisen?

Frauen haben einen Bedarf von 10 bis 15 mg Eisen pro Tag, Männer von 10 bis 12 mg Eisen pro Tag.

Wo ist viel Eisen enthalten?

Eisen ist in pflanzlichen und tierischen Produkten enthalten. Pflanzliche Lebensmittel dienen als ausgezeichnete Eisenquellen, sofern diese so naturbelassen wie möglich gegessen werden. Vollkorn-Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel, Amaranth und Couscous, Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Soja und Lupinen sowie Pilze, Nüsse, Saaten, Gemüse und Früchte sind ausgezeichnete Eisen-Lieferanten.

[tw-column width=“one-half“]100 g Weizenkleie: 12,9 mg Eisen
100 g Austernpilze: 12 mg Eisen
100 g Sesam: 10 mg Eisen
100 g Steinpilze: 10 mg Eisen
100 g Kidney-Bohnen: 8,2 mg Eisen
100 g Linsen: 8 mg Eisen
100 g Pistazien: 7,3 mg Eisen
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[tw-column width=“one-half“ position=“last“]100 g Sojabohnen: 6,6 mg Eisen
100 g Pfifferlinge: 6,5 mg Eisen
100 g Sonnenblumenkerne: 6,3 mg Eisen

100 g Haferflocken: 4,6 mg Eisen
100 g Zartbitterschokolade: 4,6 mg Eisen
100 g Feldsalat: 2 mg Eisen
100 g Knoblauch: 1,3 mg Eisen
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Wie sieht es mit der Verwertbarkeit von Eisen aus?

Aus tierischen Produkten kann Eisen besser verwertet werden als aus pflanzlichen Lebensmitteln – prozentuell ist das richtig, allerdings ist der Unterschied nicht frappant. Außerdem enthält Fleisch nicht zwingend hohe Mengen an Eisen – so enthält beispielsweise Rinderfleisch pro 100 g 1,9 mg Eisen wohingegen 100 g Linsen mit 8 mg Eisen die 4-fache Menge an Eisen aufweisen! Steigern lässt sich die körpereigene Resorptionsfähigkeit von pflanzlichem Eisen durch die Kombination mit Vitamin C. In der Praxis könnte das so aussehen:

eisen_vitaminC

Großer Beliebtheit erfreut sich die Beany-Brownie-Rezeptur übrigens in den USA! Und weil Beany-Brownies soooo gut schmecken, weil sie aus soooo vielen Kidney-Bohnen gemacht sind (die man tatsächlich nicht herausschmeckt), hier das Rezept:

Brownie-Rezept1

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