ADHS - Cibatus

ADHS – was tun?

Der Begriff Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, kurz ADHS, taucht immer wieder auf – spätestens dann, wenn es um Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern geht. Während Experten sich darüber uneinig sind, ob das Syndrom tatsächlich existiert oder ob es sich bei der Namensgebung um einen gewinnorientierten Marketing-Gag handelt, ist allgemein bekannt, dass ein gewisses Maß an Aktivität unverzichtbarer Antrieb für kindliche Lernfreude & Entwicklung sind. Wir Menschen sind verschieden, daher ist die Grenze zwischen dem, wo Aktivität endet und Hyperaktivität beginnt, nicht immer leicht zu ziehen.

Dennoch wird die Diagnose ADHS immer häufiger gestellt und parallel dazu Psychopharmaka (Wirkstoff Methylphenidat, z.B. Ritalin®, Concerta®) verordnet. Insbesondere Kindern, die durch ein erhöhtes Maß an Unruhe, Nervosität und Aggressivität auffallen. Für Angehörige stellt sich dann die Frage nach der richtigen Behandlungsstrategie: sollen dem eigenen Kind tatsächlich tagtäglich Psychopharmaka verabreicht werden – ja, vielleicht oder nein, ganz sicher nicht?


Die bei ADHS standardmäßige Arzneisubstanz Methylphenidat ist ein Psychopharmakum und stammt aus der Familie der Amphetamine. Methylphenidat wirkt anregend auf das Zentrale Nervensystem, stimuliert die Bildung der Hormone Dopamin und Noradrenalin und hemmt gleichzeitig deren Abbau. Darüber hinaus wirkt es sympathomimetisch, aktiviert also den Sympathikus, der für Aufmerksamkeit und kognitive Leistungsfähigkeit zuständig ist. Medikamente dieser Art wirken stark aufputschend. Amphetamine stehen daher auf der Liste der „Doping-Sünden“ ganz oben. Eine übermäßige Erhöhung des Dopamin-Spiegels (eine der Hauptwirkungen von Methylphenidat) wird wissenschaftlich immer mehr mit der Entwicklung von Schizophrenie in Zusammenhang gebracht. Informationen, über die Eltern hoffentlich VOR der Entscheidung Bescheid wissen!


Spätestens zu diesem Zeitpunkt lohnt sich ein Blick auf das Angebot der Ernährungsmedizin. Die Ernährungsmedizin widmet der ADHS-Thematik ein großes Kapitel und stützt sich dabei auf wissenschaftliche Thesen.

Der heutige Kenntnisstand zu Stoffwechselvorgängen und deren Auswirkungen auf den Hirnstoffwechsel zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Körperfunktionen und der ADHS-Symptomatik auf. An erster Stelle stehen Nährstoffmängel und Schadstoffbelastungen, die umso stärker ins Gewicht fallen, je schlechter es um die Darmgesundheit bestellt ist. Zusätzlich können Stoffwechselstörungen und Intoleranzen Unruhezustände verstärken, weshalb eine ganzheitliche Betrachtungsweise das Behandlungsspektrum um ein Vielfaches erweitern kann.

Das heutige Wissen im Detail…

Darmgesundheit

Die Darmbarriere wirkt wie ein Filter, der Gutes hinein und Schlechtes heraussen lassen soll. Ist die Darmschleimhaut geschädigt, kommt es zu erhöhter Durchlässigkeit für Giftstoffe, was das Entstehen von Unverträglichkeitsreaktionen fördert. Je ungünstiger es um die Konstitution des Darm-Haushalts bestellt ist, desto mehr Problemstoffe geraten dorthin wo sie eigentlich nicht hingehören und umso heftiger kann die „Abwehrsymptomatik“ ausfallen. Hauptverantwortlich ist das Gewebshormon Histamin, das bei allergischen Reaktionen von der Abwehrzelle ausgeschüttet wird, die Herzfrequenz steigert und mit der entsprechenden Dosis den gesamten Organismus in psychische und physische Aufruhr versetzt.

Gleichzeitig ist bei beeinträchtigter Darmfunktion die Aufnahme wichtiger Mikro- und Makronährstoffe reduziert. Das kann zu (unerkannten) Nährstoffmängeln führen, was einen zusätzlichen Nährboden für Verhaltensauffälligkeiten darstellt.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Viele diagnostizierte ADHS-Kinder sind nachweislich von Unverträglichkeiten betroffen. Unerkannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten – insbesondere auf Milchzucker (=Laktoseintoleranz) – werden daher wissenschaftlich immer mehr als mögliche Mitverursacher für die ADHS-Symptomatik in Verbindung gebracht.

Bei hochaktiven Kindern ist es immer sinnvoll, alle in Frage kommenden Unverträglichkeitsreaktionen austesten zu lassen – dazu zählen neben Laktose auch Histamin, Fruktose und Gluten! Auch Unverträglichkeiten auf körperfremde Eiweiße aus Kuhmilch, Weizen, Mais und Eier können Verhaltensauffälligkeiten provozieren. Da Unverträglichkeitsreaktionen nicht immer mittels Blutbild nachweisbar sind, bietet sich bei unklaren Beschwerden, die mit einer Allergie oder Unverträglichkeit in Verbindung stehen können, auch eine oligoantigene Diät an.

In der Regel verbessern sich die Verhaltensmuster innerhalb von 4 bis 6 Wochen nachdem die symptomverursachenden Nahrungsbestandteile weggelassen werden. In dieser Zeit beginnt sich auch die Darmschleimhaut zu regenerieren, der gesamte Organismus beginnt sich zu erholen und die Symptomatik lässt nach.

[tw-toggle title=“Was ist eine oligoantigene Diät?“] Die oligoantigene Diät ist eine Weglassdiät, bei welcher bestimmte Lebensmittel für mehrere Wochen zur Gänze gemieden werden um sie danach schrittweise wieder einzubauen – parallel dazu erfolgt die genaue Beobachtung der Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel. Neuere Studien aus den Niederlanden bestätigen, dass das Meiden von auslösenden Triggern die ADHS-Symptomatik merkbar lindern kann. Allerdings sind die Auslöser nicht bei jedem gleich, weshalb diese individuell ausgetestet werden müssen. Die oligoantigene Diät wird auch von der Schulmedizin angewandt und es empfiehlt sich, diese durch Fachpersonal begleiten zu lassen.
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Blutzuckerschwankungen

Auch Blutzuckerschwankungen können die ADHS-Symptomatik verstärken: je stärker der Blutzucker abfällt, desto eher verstärken sich Unruhezustände. Auf die geistige Leistungsfähigkeit wirkt sich ein niedriger Blutzuckerspiegel ungünstig aus, weil das Gehirn Zucker benötigt –  und zwar umso mehr, je mehr es in Arbeitsprozesse involviert ist. Im Durchschnitt verbraucht das Gehirn rund 6 g Zucker pro Stunde, was der Menge von 2 Zuckerwürfeln entspricht. ABER: für gute kognitive Leistungen wird kein Zucker in purer Form benötigt. DENN: Zucker wird im Idealfall aus stärkereichen Lebensmitteln (z.B. Brot, Kartoffeln, Nudeln) abgespalten und langsam freigesetzt. Stärke ist chemisch eine Kette aus Traubenzuckern, deren Zuckerbestandteile dem Körper mithilfe von Enzymen schnell zur Verfügung stehen.

Fettqualität

Langkettige, ungesättigte Fettsäuren sind für Struktur und Funktion des Gehirns von entscheidender Bedeutung. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind Bestandteile der Zellmembranen, und auch für deren Geschmeidigkeit und Elastizität zuständig. Bei zu geringer Zufuhr erfolgt ein mangelhafter Einbau in die Zelle, oft begleitet mit negativen Konsequenzen für die Psyche. Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann Impulsivität und Aggressionsverhalten verstärken. In Studien wiesen viele ADHS-Kinder mit Verhaltensproblemen und Lernschwierigkeiten markante Fettsäure-Defizite auf, deren Symptomatik sich mit der Optimierung des Fettsäure-Status deutlich besserte. Nachdem viele essenzielle Fettsäuren vom Körper nicht gebildet werden können, müssen sie über die Nahrung zugeführt werden. Neuere Studien zeigen, dass sich mit einer günstigen Kombination aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren – in therapeutischer Dosierung eingenommen – eine deutliche Verbesserung der ADHS-Symptomatik erzielen lässt.

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ADHS kann viele auslösende Faktoren haben, weshalb immer multidisziplinäre Lösungsansätze aus Medizin, Bewegung, Psychologie und Pädagogik in die Behandlung einbezogen werden sollten. Die Ernährungsmedizin bildet einen Teil der Behandlungsvielfalt. Denn: Nahrung ist Medizin!

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Lebensmittelzusatzstoffe

Lebensmittelzusatzstoffe können bei Kindern Verhaltensauffälligkeiten provozieren – dazu zählen unter anderem künstliche Aromastoffe, Farbstoffe, Geschmacksstoffe und Konservierungsstoffe. Diese Theorie wurde bereits in den 70er-Jahren aufgestellt und hat bis heute wenig an Brisanz verloren.

Ein besonders signifikanter Zusammenhang zeigte sich bei Azofarbstoffen, sodass diese seit dem 20.7.2010 in der EU mit dem gesonderten Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ versehen sein müssen. Azofarbstoffe erfreuen als  knallig-bunte Farbgeber von Süßwaren, Bonbons, Gummis und Säften großer Beliebtheit – sind somit in Kinderlebensmitteln stark vertreten.

Vorsicht ist auch bei Phosphaten und Glutamat geboten, weil sie häufig als Konservierungsmittel, Säuerungsmittel, Säureregulator und Emulgatoren zugesetzt werden – viel Phosphat gibt es in Cola- und Schmelzkäseerzeugnissen, Glutamat – bekannt geworden durch das „Chinarestaurant-Syndrom“ – ist als Geschmackverstärker in der Höchstmenge von 10g/kg für fast alle Lebensmittel zugelassen.

Gekennzeichnet sind Azofarbstoffe als Tartrazin (E 102), Gelborange S (E110), Azorubin (E 122), Allurarot (E 129) oder Cochenillerot A (E 124); Phosphate als  Natriumphosphat (E339), Kaliumphosphat (E340), Polyphosphat (E452) und Glutamate als E 621-623.

Arzneimittel

Unter den Arzneimitteln stechen  Salicylate und Fluoride besonders hervor. Salicylate sind sogenannte nicht-steroidale Arzneisubstanzen mit schmerzlindernder, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung. Das bekannteste Salicylat ist Acetylsalicylsäure (Aspirin®). Fluoride werden mit ADHS, Autismus und Legasthenie in Verbindung gebracht – sie sind in Fluorid-Tabletten und Kinder-Zahnpasta enthalten.

Umweltgifte und Schwermetalle

Viele chemische Stoffgruppen wie Metalle, Lösemittel, Pestizide und andere organische Substanzen inklusive Alkohol besitzen neurotoxische Eigenschaften, wobei Kinder darauf sehr viel empfindlicher reagieren können als Erwachsene. Unter den Belastungen mit Schwermetallen fallen insbesondere Blei, Cadmium, Zinn, Kupfer, Quecksilber, Silber und Aluminium besonders ins Gewicht.

Ein Beispiel: Aluminium kann die Blut-Hirn-Schranke des Gehirns passieren und sich im Gehirn ablagern. Wissenschaftlich steht es das Metall in Verdacht, mit der steigenden Zahl von Alzheimer-Erkrankungen in Verbindung zu stehen. Einen Versuch ist es daher allemal wert, hyperaktive Kinder zumindest nicht permanent mit Alu in Kontakt zu bringen. Allerdings ist das gar nicht so einfach: aus Alu bestehen nicht nur alle Getränkedosen und Tetra-Packs, sondern auch die meisten Foliendeckel von Joghurts, Früchtetopfen, Schokodesserts & Co. sowie fast alle Innenseiten von Snacks, Salzstangerln, Chips, Nüssen und Keksen – die Liste lässt sich lange fortsetzen, am besten selbst diverse Verpackungen auf Alu prüfen (optisch!).

Hormonstatus

Hormone werden aus Eiweiß (Proteinen) gebildet und insbesondere die Hormone Dopamin und Serotonin stehen mit kindlichen Verhaltensmustern in direktem Zusammenhang und können nur dann ausreichend gebildet werden, wenn quantitativ und qualitiatv ausreichend Eiweiß über die Nahrung zugeführt wird.

Dopamin ist ein Hormon, das Signale zwischen Nervenzellen überträgt und für die körperliche und geistige Steuerung von Bewegung zuständig ist. Damit übernimmt es wichtige Aufgaben – unter anderem für Feinmotorik und Geschicklichkeit, aber auch für Lebensfreude, Gelassenheit und Glück. Es ist auch Aktivator des Belohnungszentrums. Ein Mangel an Dopamin wird bei ADHS vermutet, bei Parkinson ist dieser nachweislich belegt und gilt als typisches Kennzeichen der Erkrankung – so weisen Parkinson-Patienten einen um 90 % niedrigeren Dopamin-Spiegel auf als Gesunde. Serotonin wirkt sich auf die Stimmung positiv aus und steuert Impulsverhalten und Aggressionen. Es hat schlaffördernde, entspannende Wirkung mit anti-depressivem Effekt, und ein ausgeglichener Serotoninspiegel geht mit einem ruhigen, ausgeglichenen Gemüt einher.

Eiweißstatus

Eiweiß muss zwecks Bildung körpereigener Substanzen und Hormone über die Nahrung aufgenommen werden und sollte zu diesem Zweck entsprechend hochwertig sein. In Untersuchungen stellte sich heraus, dass viele hyperaktive Kinder eine Unterversorgung an essenziellem Eiweiß aufweisen. In der Kindheit, wo sich der Organismus noch im Wachstum befindet, ist das von besonders großer Bedeutung und hochwertiges Eiweiß steht daher auf der Prioritätenliste daher ganz oben.

Vitamin D!

Die Zellen des menschlichen Organismus besitzen fast ausnahmslos einen Rezeptor für Vitamin D – so auch für jene Nervenzellen, über die das Gehirn Verhalten und Emotionen koordiniert. Ein Vitamin D-Mangel ist bei uns weit verbreitet – auch bei Kindern! Vitamin D ist eigentlich ein Hormon, das der Körper mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden kann.  Das geschieht allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Sonnenlicht direkt seine Wirkung entfalten kann. Einige Minuten UV-Blocker-freie Sonne pro Tag sind für eine gute Vitamin D-Versorgung völlig ausreichend, und ein Sonnenbrand sollte selbstverständlich immer vermieden werden!

Mehr Infos zu Vitamin D gibt es hier!

Gibt es Ernährungsempfehlungen?

JA, so let´s EAT….

Aus der Fülle der Erkenntnisse geht klar hervor, wovon mehr und wovon weniger gegessen werden sollte um Leistungsfähigkeit, Konzentration und seelische Ausgeglichenheit zu fördern…

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FAZIT

Frühstück!

Das Frühstück bedeutet für hyperaktive Kinder eine besonders wichtige Mahlzeit. Es sollte nicht ausgelassen werden, da es sonst zu einem ungünstigen Absinken des Blutzucker-Spiegels kommen kann. Das Gehirn reagiert auf schwankende Blutzucker besonders sensibel und entsprechend problematisch können hochaktive Kinder darauf reagieren. Empfehlenswert ist ein eiweißreiches Frühstück mit komplexen Kohlenhydraten und reichlich Kalzium, Magnesium und Zink.

Gesunde Frühstücksideen gibt es hier!

Achtung vor übermäßigem Zucker!

Ein konstanter Blutzucker (ohne Zuckerspitzen) wirkt sich auf die seelische Balance günstig aus! Je mehr Zucker in Form von Süßigkeiten und gesüßten Getränken konsumiert wird, desto eher entstehen Blutzuckerspitzen mit nachfolgendem Blutzuckerabfall.

Daher auf „Zuckerfallen“ achten: so enthält zum Beispiel ein gesüßtes Kinder-Fruchtjoghurt nicht weniger Zucker als eines für Erwachsene, und Fruchtsäfte enthalten gleich viel Zucker wie zum Beispiel Cola. 80 % aller Produkte in Supermärkten enthalten Zucker!!

Auf günstige Fette achten!

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren stehen auf der Brainfood-Liste ganz oben!

Omega-3-Fettsäuren sind in Fischöl, Omega-6-Fettsäuren in Nachtkerzenöl enthalten, beide sind aus der Apotheke beziehbar. Natürlich kommen hochwertige Fettsäuren in pflanzlichen Ölen wie Leinöl, Rapsöl, Walnussöl und Sonnenblumenöl vor sowie in vielen Nüssen, Samen und Kernen. Gesunder Snackvorschlag für die Pause am Nachmittag: ein Mix aus Sonnenblumenkernen, Walnüssen und Leinsamen gemeinsam mit einer Handvoll Trockenfrüchten eignet sich für geistiges und körperliches Auftanken ideal!

Ausreichend hochwertiges Eiweiß!

Der Köper ist auf hochwertiges Eiweiß angewiesen – im Kindesalter noch mehr, weil sich der gesamte Organismus noch in der Wachstums- und Aufbauphase befindet!

Hochwertiges Eiweiß kann aus tierischen Quellen wie Milch und Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eier entstammen – muss es aber nicht. Auch pflanzliche Lebensmittel haben jede Menge an gesundem Eiweiß zu bieten; zum Beispiel die bunte Welt der Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja sowie daraus erzeugte Produkte. Auch Sojajoghurt, Sojamilch oder Sojapudding sind sehr eiweißreich. Aber auch Kartoffeln und Vollkornprodukte sind Eiweißlieferanten. Eine Kombination aus eiweißhaltigen Nahrungsmitteln erhöht die biologische Wertigkeit von Eiweiß auf über 100 % und ist deshalb besonders empfehlenswert: zum Beispiel Kombinationen aus Ei & Kartoffeln oder Joghurt &  Vollkorngetreideflocken oder Baked Beans mit Ei & Vollkorngebäck!

Probiotika & Präbiotika

Probiotika & Präbiotika sind mit einer Verbesserung der ADHS-Symptomatik assoziiert! Vielen ADHS-Patienten fehlen säurebildende Bifidus- und Milchsäurebakterien. Diese zählen zu den überaus wichtigen Probiotika, die die Darmflora besiedeln und  für ein  funktionierendes Darmgefüge benötigt werden.

Probiotika gibt es in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Buttermilch, Kefir, Käse, Sauerkraut, Sauerkrautsaft und milchsauer vergorenem Gemüse sowie Brot aus Sauerteig. Präbiotika dienen den Probiotika als Energiequelle, fördern deren Vermehrung und kommen in ungeschältem Obst und Gemüse vor – daher auf die biologische Herkunft achten, und pflanzliche Lebensmittel immer gut waschen!! Besonders präbiotikareich sind Chicoree, Artischocke, Knoblauch, Schwarzwurzel und Topinambur!

Nährstoffe

Hyperaktive und verhaltensauffällige Personen weisen in vielen Fällen niedrige Spiegel an wichtigen Nährstoffen auf !

Hyperaktive Kinder leiden oft an einer Unterversorgung mit Kalzium und Magnesium. Die ausreichende Zufuhr von Kalzium und Magnesium führt in Studien innerhalb weniger  Wochen zu deutlichen Verbesserungen. Weitere häufig betroffene Nährstoffe sind Vitamin B1, Vitamin B6, Pantothensäure, Niacinamid, Vitamin C, Zink, Chrom und Mangan.

[tw-toggle title=“Warum gibt es auch ruhige Kinder, die dennoch viel Zucker essen?“] Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen – auch im gesundheitlich-mentalen Bereich! Es ist davon auszugehen, dass es Kinder gibt, die Nährstoffmängel, Unverträglichkeiten und ungünstige Zusatzstoffe besser kompensieren können als andere, die besonders empfindlich darauf reagieren.

Das  Ausprobieren ernährungstherapeutischer Elemente kann sich immer lohnen. Hyperaktiven Kindern sollte Nahrung angeboten werden, die wenig Zucker und Zusatzstoffe enthält, stattdessen aber reich ist an essenziellen Fettsäuren, hochwertigem Eiweiß und jenen Nährstoffen, die sich bei der Behandlung von ADHS als besonders günstig erwiesen haben.[/tw-toggle]

Zum Thema ADHS gibt es sicherlich noch Vieles zu erforschen. Gleichzeitig liegen aber auch vielversprechende Ergebnisse vor, die darauf warten auf ihre Wirksamkeit getestet zu werden. Denn im Gegensatz zu Psychopharmaka, sind begleitende Therapieoptionen völlig ungefährlich und haben bestenfalls günstige Nebenwirkungen zu bieten. In diesem Sinne: als unterstützenden Teil der Therapie die Empfehlungen der Ernährungsmedizin einfach mal ausprobieren!!!

Und last but not least: Hyperaktivität bedeutet, dass da viel Energie ist, die sich „symptomatisch“ durch vermehrte Aktivität und Unruhe bemerkbar macht – wahrscheinlich insbesondere in jener Zeit, wo körperliche Aktivität eher unerwünscht ist – zum Beispiel in den Schulstunden. Schule und Hausaufgaben füllen 5 ganze Tage der Woche aus, wobei Schule selbstverständlich ein wichtiger Stellenwert zukommt!

Bewegung ist allerdings ein Grundbedürfnis, das in der Kindheit sehr stark ausgeprägt ist und auch vor der Bedeutung einer guten schulischen Ausbildung wenig haltmacht. Ein Blick auf das natürliche Bewegungsverhalten – beispielsweise im Freien, wo es erlaubt ist – macht das deutlich: die meisten Kinder genießen die Zeit im Garten, auf dem Feld, im Wald oder auf dem Spielplatz tobend, tanzend, springend und/oder laufend!

Es könnte daher ein sinnvolles Therapeutikum sein, dem Kind außerhalb der körperlich inaktiven Zeit ganz viel Bewegung zu ermöglichen. So let´s go outside! Die Palette ist unendlich: Fußball, Schwimmen, Rad fahren, Spazieren gehen, Wandern, Reisen, Spielplatz, Blumenwiese, Kletterhalle …..! Und für die körperlich-mentale Stärkung auf gesundes Essen nicht vergessen! Und für die emotionale Stärkung: mit Lob, Anerkennung & Liebe nicht sparen! Das Gesamtpaket könnte „Wunder“ bewirken!

Ein Zitat (by Wayne Fields), das ich liebe und meiner Meinung nach auch in Bezug auf die ADHS-Thematik interessant sein könnte:

The 6 best doctors are: sunshine, water, rest, air, exercise and diet!

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