Ernährung und Sehen

Hätten Sie das gedacht? Ernährung hat direkten Einfluss auf das Augenlicht und kann je nach Ernährungsweise günstige oder ungünstige Auswirkungen auf das Sehvermögen haben. So kann bei üppiger Nährstoffzufuhr die Sehkraft verbessert, bei Mangel dagegen stark abgeschwächt werden. Doch warum ist das so?

Viele Nährstoffe spielen für den Sehvorgang eine wichtige Rolle. Ein Mangel kann sich als Sehschwäche, Nachtblindheit oder im Extremfall auch als totale Blindheit bemerkbar machen. Denn am Sehvorgang beteiligt sind sowohl Vitamin A wie auch Carotinoide, welche die Vorstufen von Vitamin A sind. Besondere Schutzfunktion kommt dabei den Antioxidantien zu, also den Vitaminen A, C und E sowie den Mineralstoffen Selen und Zink. Ein Hauptbestandteil der Netzhaut sind übrigens Omega-3-Fettsäuren.

Alle genannten Nährstoffe haben gemeinsam, dass sie für das Sehen unverzichtbar sind, vom Körper nicht selbst gebildet werden können und daher über die Nahrung regelmäßig zugeführt werden müssen.

Vitamin A und Sehen

Vitamin A spielt für den Sehvorgang eine wichtige Rolle, weil es im Auge zu Sehpurpur umgewandelt wird. Dabei handelt es sich um den Farbstoff Rhodopsin, der bei Lichteinfall sofort zerfällt. Bei diesem chemischen Prozess wird ein elektrischer Reiz erzeugt und danach zum Gehirn weitergeleitet. Nach der erfolgten Informationsverarbeitung kann das Gesehene optisch wahrgenommen werden. Wird zu wenig Vitamin A aufgenommen, so kann auch nicht ausreichend Sehpurpur in den Stäbchen gebildet werden. Als Konsequenz gelangen im Dunklen kaum noch elektrische Reize vom Auge zum Gehirn, und schlechtes Dunkelsehen bis hin zur Nachtblindheit können die Folge sein.

Bei Tageslicht sehen wir dagegen ausschließlich mit den Zapfen, weil ausreichend Licht für den Sehvorgang vorhanden ist – daher ist das Tagsehen davon auch nicht betroffen. Der Speicherort von Vitamin A ist übrigens die Leber, welche Vitamin A bei Bedarf kontinuierlich an die Sehzellen abgibt.

Rhodopsin
Rhodopsin, das wegen seiner Farbe auch Sehpurpur genannt wird, ist eines der Sehpigmente in der Netzhaut (Retina), und im menschlichen Auge in den Stäbchen der Netzhaut für das Hell-Dunkel-Sehen verantworlich.

Wie wir sehen…

Das ins Auge treffende Licht gelangt über Hornhaut, Linse und Glaskörper auf die Netzhaut und wird dort von den Stäbchen und Zäpfchen wahrgenommen. In der Netzhaut trifft es auf zwei Arten von Sehzellen mit zwei unterschiedlichen Aufgaben: die Stäbchen und Zapfen. Die Stäbchen sind für das Nachtsehen zuständig, weil sie sehr lichtempfindlich sind und schon sehr geringe Lichtmengen wahrnehmen können. Daher können wir auch noch bei Dunkelheit Konturen und Umrisse wahrnehmen, allerdings nicht in Farbe. Die Zapfen besitzen dagegen eine geringe Lichtempfindlichkeit und sind somit – unter der Voraussetzung von ausreichender Helligkeit – für das Farbsehen am Tag zuständig.

Carotinoide und Sehen

Bei den Carotinoiden nehmen die Stoffe Lutein und Zeaxanthin einen wichtigen Stellenwert ein. Sie befinden sich in der Netzhaut am sogenannten Gelben Fleck (Makula) und erfüllen dort Filteraufgaben ähnlich einer inneren Sonnenbrille,  wodurch sie die Netzhaut vor zu hoher Lichteinstrahlung schützen. Beim Älterwerden nimmt die Konzentration der beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin in der Makula ab, was auch ernährungsbedingt verursacht sein kann.  Damit wird auch das Auftreten der Altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) in Verbindung gebracht, die in den meisten Fällen mit einer hochgradigen Sehbehinderung einhergeht. Lutein und Zeaxanthin kommen immer gemeinsam, allerdings in unterschiedlich hohen Mengen, in bestimmten Lebensmitteln vor.

Die Netzhaut ist der Ort des schärfsten Sehens. Die Makula ist jener Bereich der Netzhaut, der über die höchste Dichte an Sehzellen verfügt, weshalb nur mit einer intakten Makula gutes Sehen überhaupt erst möglich wird. Ausreichend hohe Anteile an Lutein und Zeaxanthin sind für diese Intaktheit Voraussetzung.

Omega-3-Fettsäuren und Sehen

In der Netzhaut befinden sich sehr hohe Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere der wichtigen Docosahexaensäure. Dabei handelt es sich um eine Omega-3-Fettsäure, die natürlicher Bestandteil der Netzhaut ist und vom Körper nicht gebildet werden kann. Sie muss daher extern über die Nahrung zugeführt werden, weil ein Mangel andernfalls mit einer starken Verschlechterung des Sehvermögens einhergehen würde.

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Alle genannten Nährstoffe sind für das Sehen ganz essenziell und sollten daher über die Nahrung in ausreichender Höhe aufgenommen werden!

Antioxidantien und Sehen

Vitamin A, C und E sowie Selen und Zink schützen das Auge vor oxidativem Stress, indem sie Radikale antioxidativ abfangen und auf diese Weise unschädlich machen können. Sie schützen somit vor äusseren Einflussen wie beispielsweise UV-Licht, Zigarettenrauch oder Abgasen.
Zink ist außerdem auch direkt am Sehvorgang beteiligt.


Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für den Sehvorgang, ein Mangel führt zu Nachtblindheit, Sehschwäche oder völligem Verlust des Augenlichts.

Lutein und Zeaxanthin

Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin filtern schädliches Blaulicht und schützen als Antioxidantien.

Vitamin A, C und E 

Vitamin A, C und E sowie Selen und Zink beschützen das Auge vor oxidativem Stress und schädlichen Radikalen.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil der Netzhaut und als solches unverzichtbar für gutes Sehen.

Quellen

Karotten, Tomaten und grünes Blattgemüse wie Spinat, Blattsalate, Grünkohl
Leber, in geringeren Mengen auch in Eiern, Milch, Butter und Fleisch
Acerola-Kirschen, Camu-Camu, Goji-Beeren, Schwarze Johannisbeeren, Hollunder, Zitrusfrüchte, Kiwi, Paprika, Brokkoli
Hochwertige Pflanzenöle wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sojaöl, Maiskeimöl, Nüsse, Chiasamen
Goji-Beeren, Grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl und Blattsalate, Kürbis, Karotten, Tomaten
Goji-Beeren, Mais, Kürbis, Karotten, Tomaten sowie in kleineren Mengen im grünen Blattgemüse
Meeresfrüchte, Paranüsse, Sesam, Kokosprodukte wie Kokosnüsse, Kokosöl, Kokosflocken sowie
in kleineren Mengen auch in Vollkorngetreide, Pilzen und Samen
Vollkornprodukte sowie tierische Produkte wie Fleisch, Wurst, Eier, Milch, Käse und Milchprodukte
Fetter Seefisch wie Lachs, Makrele, Hering und hochwertige Pflanzenöle, insbesondere Leinsamenöl, Nüsse, Chiasamen

Goji-Beeren enthalten außerordentich hohe Mengen an Lutein und Zeaxanthin!

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