ERNÄHRUNG GEGEN HERZINFARKT

Essen gegen Herzinfarkt – geht das? Der Mediziner Dr. Esselstyn beantwortet diese Frage mit JA. Und es ist anzunehmen, dass der Arzt mit der Herz-Thematik gut vertraut ist, denn er hat einen Großteil seiner Karriere der Behandlung schwer herzkranker Patienten gewidmet. Seine Behandlungserfolge sind verblüffend und stellen bisherige  Behandlungsempfehlungen auf den Kopf. Gleichzeitig machen sie jenen Herzpatienten Mut, denen die Schulmedizin nicht mehr helfen kann. Ein Wundermedikament? Nein. Das Erfolgsinstrument? Ernährung.

Einblicke in die Arbeit von Dr. Esselstyn…

Wer ist Dr. Esselstyn? Dr. Caldwell B. Esselstyn ist ein US-amerikanischer Arzt. Er arbeitete lange Zeit an der renommierten Cleveland Klinik in Ohio, die den Ruf  hat, zu den besten Herzkliniken der Welt zu zählen. Dr. Esselstyn widmete sich der Frage, wodurch Gefäßkrankheiten besonders günstig beeinflusst werden können. Die Motivation dazu wurzelte in der Verzweiflung jener ihn konsultierenden Patienten, die zuvor an der chirurgischen Abteilung der Cleveland Klinik die Nachricht erhalten hatten, dass sämtliche Eingriffe, die zu ihrer Rettung vorgenommen worden waren – unter anderem Operationen am offenen Herzen,  Gefäßplastiken, Stents, Medikamente –  erfolglos geblieben sind, was einem Todesurteil gleichkam.  Den Schlüssel für seine positiven Behandlungsergebnisse fand er in der Ernährung. Mithilfe eines einfachen, aber hochwirksamen Ernährungskonzepts konnte er Menschen – darunter auch Prominenten wie Bill Clinton – zu neuer Herzgesundheit verhelfen.

Die Mission

Dr. Esselstyn ist überzeugt, dass Herzerkrankungen – die er als moderne Geißeln unserer Wohlstandsgesellschaft betrachtet – ausrottbar sind. Ein ehrgeiziges Ziel angesichts der Tatsache, dass koronare Herzerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen des  Westens zählen – trotz aller modernen Fortschritte der Medizin. Denn dem schulmedizinischen Behandlungsrepertoire sind bis heute Grenzen gesetzt, die  umso schneller erreicht sind, je mehr Potenziale ungenutzt bleiben – insbesondere die Kraft von gesunder Ernährung.

Zahlen

Koronare Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache der westlichen Gesellschaft. In den USA  sterben alljährlich mehr als eine halbe Million Menschen daran. Drei Mal so viele erleiden einen Herzinfarkt, so die Statistik. Und etwa weitere 3 Millionen erleiden einen stummen Infarkt mit minimaler Symptomatik und erfahren erst später davon, dass sie in Lebensgefahr schweben. Im Laufe ihres Lebens wird einer von 2 Amerikanern und eine von 3 Amerikanerinnen herzkrank. Diese Zahlen sind, in Relation zur Einwohnerzahl, auf wohlhabende Länder Europas übertragbar – auch auf Österreich.

Die Kosten für Herzerkrankungen sind enorm hoch – deutlich höher als für jede andere Krankheit. Sie kosten die Vereinigten Staaten jährlich mehr als 250 Milliarden Dollar. Das ist ungefähr so viel, wie die ersten 2,5 Jahre des Militäreinsatzes im Irak kosteten und gut doppelt so viel, wie die US-Bundesregierung alljährlich insgesamt für Forschung und Entwicklung ausgibt.

Ernüchterndes

Die ernüchterndste Tatsache dabei ist, dass der Löwenanteil des „Herz-Budgets“ in die Behandlung von  Symptomen fließt anstatt in deren Heilung. Dazu zählen Ausgaben für Herzmedikamente, Blutgerinnsel auflösende Präparate, teure Medizintechnik wie Bypässe und Gefäß-Aufdehnungen, rotierende Mikroskalpelle, Laser und Stents.

Das Problem dabei ist, dass diese Behandlungsmaßnahmen mit einem hohen Nebenwirkungsrisiko verbunden sind und diese die Grundkrankheit NICHT heilen können. Das Risiko für ein weiteres, akut lebensbedrohendes Ereignis bleibt somit bestehen – und zwar so akut, dass Patienten mit koronarer Herzkrankheit medizinisch ein Leben lang als „Hochrisikopatienten“ gelten.

Die moderne Medizin ist darauf ausgerichtet, den Fokus in die Behandung von Krankheiten zu setzen anstatt in deren Prophylaxe – so beschreibt es Dr. Esselsytyn in seinem Buch. Symptombehandelte Patienten vergleicht er mit einer Menschenmasse, die auf eine Klippe zusteuert und Ärzte in letzter verzweifelter Anstrengung versuchen, diese zu retten, während sie sich bereits im freien Fall befinden. Ratsamer wäre es wohl, dem Abgrund prinzipiell so fern wie möglich zu bleiben.

Erkenntnis

Dr. Esselstyn bilanziert seine Berufserfahrung so: koronare Herzerkrankungen lassen sich nicht nur verhindern, sondern auch aufhalten und sogar rückbilden  –  ohne technischen Aufwand und unter minimalem oder sogar ausbleibendem Einsatz von Medikamenten. Der Schlüssel dazu liegt in der Ernährung – speziell in der Abkehr vor der typisch ungesunden Ernährungsweise.

Ernährungsprogramm

Dr. Esselstyn entwickelte ein Ernährungsprogramm, das erstaunlich einfach ist. Es beinhaltet einige Grundprinzipien, die weder komplex noch lang sind, allerdings streng eingehalten werden müssen. Den Grund dafür beschreibt er so: ein bisschen an ungesunden Lebensmitteln gibt es nicht, denn ein bisschen Fett an beispielsweise 2 oder 3 Tagen pro Woche ergeben eine Summe von 150 herzschädigenden Mahlzeiten pro Jahr – das kann den Behandlungserfolg schmälern oder sogar verhindern. Die Teilnehmer des Ernährungsprogramms bekommen daher genaue Informationen bezüglich herzschädigender und gesundheitsfördernder Einflüsse samt strikter Vorgabe, dass sie kein einziges Lebensmittel essen dürfen, welches die Entstehung von Gefäßkrankheiten verursachen oder fördern könnte – und, dass sie von den herzgesunden Lebensmitteln (fast) ohne Einschränkungen  so viel essen dürfen, wie sie gerne mögen.

Als Lohn für die eingehaltene Therapietreue verspricht Dr. Esselstyn das Ende des Herzleidens und verweist in diesem Zusammenhang auf 3/4 der Weltbevölkerung, die nicht den Wohlstandsländern angehört und auch niemals herzkrank wird.

Zu den Grundprinzipien zählen:

Gemüse in allen Farben genießen!

Jede Menge Hülsenfrüchte essen!

Alle Obstsorten sind erlaubt!

Vielfalt der Volllkornprodukte nutzen!

Tierische Produkte streichen!

Fettreiche Lebensmittel – einschließlich Öle – meiden!

Auf Zucker in seiner Reinform verzichten!

Cholesterin

Eine weitere wesentliche Erkenntnis von Dr. Esselsytn ist, dass niemand, dem es dauerhaft gelingt, sein Gesamtcholesterin im Blut auf 150 mg/dl und den LDL-Wert auf unter 80 mg/dl abzusenken (durch konsequente pflanzenbasierte Ernährung und gegebenenfalls niedrig dosierte Cholesterinsenker) eine Verschlimmerung seines Herzleidens befürchten muss. Viele Herzkranke haben sogar das Glück, dass sich die Folgen ihrer Erkrankung medizinisch nachweisbar zurückbilden.

Herzgesunde Ernährung basiert auf einer rein pflanzlichen, veganen und fettarmen Ernährungsweise! Sie ist so wirksam wie einfach, wenn sie tatsächlich angewandt wird und herzschädigende Ernährungseinflüsse konsequent vermieden werden!

Dr. Esselstyn: „Die westliche tierische und fettreiche Ernährungsweise verstopft die Blutgefäße und ist für die hohe Zahl der Herzinfarkte in den Industrieländern verantwortlich. Davon bin ich überzeugt!

Erfolge

Die Erfolge von Dr. Esselstyn sind beachtlich. Bei jenen Patienten, die seinem pflanzenbasierten Ernährungsprogramm folgten, kam es zum völligen Stillstand der klinischen Progredienz  sowie zu einer deutlichen Rückbildung der koronaren Herzkrankheit. Und bei jenen Patienten, die dem Programm sehr streng folgten, verschwand die Angina pectoris innerhalb weniger Wochen und die krankhaften Werte im Belastungstest normalisierten sich.

Je besser die Ernährungsempfehlungen eingehalten wurden, desto umfassender war die Zunahme von Herzgesundheit, Lebensqualität und Wohlbefinden.

Die pflanzenbasierte Ernährung verringerte oder beseitigte scheinbar vollends die Risikofaktoren, die zu erneuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könnten – mit dem Resultat, dass Dr. Esselstyns Patienten ihrer neuen Ernährungsweise mehr als 20 Jahre ohne Herzinfarkt zu verdanken scheinen.  Besonders bemerkenswert dabei ist, dass es sich bei den Teilnehmern ausschließlich um hochgradig Gefäßkranke handelte.

Wie sind solche Erfolge möglich?

Stickoxid ist wichtig für die Blutgefäße

Es stellte sich heraus, dass pflanzenbasierte Nahrung das Gefäßendothel gesund hält und es damit in die Lage versetzt, Stickstoffmonoxid (kurz: Stickoxid) zu produzieren. Dieser Mechanismus ist überaus wichtig, denn Stickstoffmonoxid nimmt für die Gefäßgesundheit eine auffallende  Schlüsselposition ein.

Was ist so wichtig an Stickstoffmonoxid?

Stickstoffmonoxid kommt nicht nur eine, sondern gleich mehrere wichtige Aufgaben in Verbindung mit gesunden Gefäßen zu: zum einen entspannt das Gas die Blutgefäße und lenkt das Blut selektiv in jene Organe, die es benötigen. Auch verhindert es, dass weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen verkleben und gefäßverstopfende Plaques bilden. Stickstoffmonoxid verhindert, dass glatte Muskelzellen der Arterien in die Plaques hineinwachsen. Wahrscheinlich ist Stickstoffmonoxid auch am Abbau bereits vorhandener Gefäßplaques beteiligt. Diese Eigenschaften sind für ein gesundes Herz Gold wert!

Die Erkenntnis über das Zusammenwirken von im Körper produziertem Stickstoffmonoxid und dem Gefäßsystem war seinerseits so bahnbrechend, dass dafür 1989 der Nobelpreis für Medizin vergeben wurde.

Achtung! Zu unterscheiden ist jene Form von Stickstoffmonoxid, das durch Abgase von Industrie und Verkehr entsteht, giftig ist und keinesfalls eingeatmet werden soll. Die hier vorgestellte Form von Stickstoffmonoxid wird nicht inhaliert, sondern im Körper vom Gefäßendothel gebildet, und entfaltet von dort aus auch seine herzgesunde Wirkung.

Vegane Ernährung förert die Bildung von Stickstoffmonoxid in den Gefäßen!

Wie fördert pflanzenbasierte Ernährung die Bildung von Stickstoffmonoxid? Um das zu verstehen, brauchen wir etwas Biochemie. Der wesentliche Baustein für Stickoxid heißt L-Arginin, eine Aminosäure, und diese ist in einer Vielzahl von pflanzlichen Lebensmitteln enthalten – vor allem in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja und in Nüssen. Aus L-Arginin und Sauerstoff wird mithilfe eines Enzyms (Stickoxid-Synthetase) Stickstoffmonoxid produziert, dass dann seine gefäßstabilisierende Wirkung entfalten kann.

Conclusio

Das Beispiel der überaus gefäßfreundlichen Wirkung von Stickoxid zeigt, wie sehr unser Organismus auf gesunde Lebensmittel pflanzlicher Herkunft angewiesen zu sein scheint, und wie dankbar und effizient die Reaktion ausfällt, sobald das benötigte „Material“ zugeführt wird um wieder gesund oder zumindest gesünder zu werden. Selbst dann, wenn der Grad der Gesundheit bereits stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dr. Esselstyns ehemals schwer herzkranke, als austherapiert und  sterbenskrank geltende Patienten beweisen, dass es nie zu spät ist, mit einem gesunden Lebensstil zu beginnen, weil immer eine Chance besteht! IMMER, so lange wir leben und solange unser Herz für uns schlägt!

Mehr Infos zu Dr. Esselstyns „Prevent & Reverse Heart Disease Program“ gibt es auch auf der Internetseite www.dresselstyn.com.