Fasten als Therapie - ein wertvoller Benefit für die Gesundheit!

Fasten

Fasten als Gesundheitsschatz

Fasten ist der freiwillige Verzicht auf Nahrung über einen bestimmten Zeitraum und ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Fasten gilt als gesund, das ist bekannt – doch warum ist das so?

Die Antwort auf diese Frage liefern uns Vergangenheit und Gegenwart zugleich. In früheren Zeiten, als wir Menschen hauptberuflich noch Jäger und Sammler waren, bedeutete die Fähigkeit des Körpers, einige Zeit ohne Nahrung auszukommen, einen unverzichtbaren Überlebensvorteil.

Als der Mensch sesshaft wurde, hat das Fasten seine existenzielle Bedeutung verloren. Stattdessen  hat Fasten einen gesundheitlichen Stellenwert erlangt, der nicht unterschätzt und schon gar nicht ungenutzt bleiben sollte. Insbesondere in heutigen Zeiten der übervollen Supermärkte.

Die Fähigkeit zu fasten ist bis heute erhalten geblieben. Unser Körper kann fasten und es tut ihm auch nachweislich gut. Denn die Fähigkeit, einige Zeit schadlos ohne Nahrung auszukommen, hilft dem Organismus, die Balance zu wahren bzw. wieder herzustellen. Oder anders formuliert: früher fasteten wir um nicht zu verhungern, heute fasten wir um nicht krank zu werden (als Konsequenz von Überernährung).

Der Sinn des Fastens hat sich verschoben, aber nicht aufgehoben. Im Gegenteil: Fasten ist aktueller denn je!

Warum kann zu viel Essen krank machen?

Die Folgen von zu viel Nahrung sind die bekannten Volksleiden wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Herzinfarkt und Schlaganfall. Herz-Kreislauf-Erkrankungen bilden die häufigste Todesursache in westlichen Wohlstandsgesellschaften.

Fasten ist ein Gesundheitsschatz, der bei Nahrungsreichtum von essenzieller Bedeutung ist und genutzt werden sollte.

Warum kann Verzicht auf Essen gesund machen?

Weniger von zu viel (schlechter) Nahrung macht gesünder – Fasten hilft dabei, wie eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien eindrucksvoll beweist.

Während einer Fastenperiode erhält der Körper innerhalb kurzer Zeit die Möglichkeit, sich  von überschüssigem Ballast zu befreien. Denn sobald der übersättigte Organismus weniger Nahrung erhält, greift er auf die Fähigkeit zurück, überschüssige Fett- und Zuckerdepots anzuzapfen und diese nach und nach zu leeren.

Diese natürlich-physiologische Eigenschaft ist ein Selbstschutzprogramm, um in Notzeiten von Reserven zehren zu können und vor Verhungern geschützt zu sein. Bei Überernährung hilft dieselbe Funktion der Regeneration nach „Nahrungs-Überlastung“. Sobald keine feste Nahrung mehr zugeführt und die körpereigenen Verdauungsaktivitäten heruntergefahren sind, wird zusätzlich das Hungergefühl deaktiviert.

Gesundheitlich wirkt sich der Nahrungsverzicht wie ein Breitband-Therapeutikum aus. Es kommt zu einer Verbesserung der Stoffwechselparameter, Reduktion der Entzündungsprozesse sowie zu einer Milderung chronischer Schmerzen.

Die Vorteile des Fastens im Detail

Gewichtsreduktion

Eine Woche Fasten bringt im Durchschnitt einen Gewichtsverlust von vier bis sechs Kilos – ohne Hungergefühle sowie bei guter und teils sogar gesteigerter Leistungsfähigkeit. Zusätzliches Benefit: es kommt zu einer Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und einer Entlastung von Kniegelenken und Wirbelsäule.

Entgiftung & Entschlackung

Durch den Prozess von Fettabbau und Entschlackung werden toxsiche Stoffe (zB Umweltgifte, Medikamentenrückstände, Nahrungsmittelrückstände wie Spritz- und Düngemittel, Konservierungsstoffe sowie  Farb- und Geschmacksstoffe) herausgelöst und über die Ausscheidungsorgane Nieren, Leber und Darm sowie über Haut und Schleimhäute ausgeschieden. Der Gewinn: durch regelmäßiges Fasten werden wir von Dauerbelastungen befreit, wodurch sich der gesamte Organismus regenerieren kann.

Ein Blick ins Tierreich… Tiere wissen das Fasten bis zum heutigen Tag mit Erfolg für sich zu nutzen: im Tierreich ist Fasten noch allgegenwärtig, wie man an Beispielen wie Bär, Murmeltier oder Igel anschaulich erkennen kann. Diese futtern sich im Herbst einen Winterspeck an um danach vier bis fünf Monate davon zehren zu können. Auch Vögel und Fische leben auf ihren Wanderungen von gespeicherten Fettreserven. Es gibt erstaunliche Leistungen wie den Non-Stop-Flug kleiner Singvögel über 5000 Kilometer oder den Zug der Lachse aus den Weiten des Ozeans bis ins Quellgebiet großer Flüsse. Als aus Jägern und Sammlern schließlich sesshafte Viehzüchter und Ackerbauern wurden, verlor das Fasten zwar seine existenzielle Bedeutung, nicht aber seine gesundheitlichen Effekte, die bis zum heutigen Tag erhalten geblieben sind.

Neuregulation des Stoffwechsels

Während der Fastenperiode ruht das übliche Stoffwechselgeschehen. Stoffwechselstörungen, die durch Überernährung entstanden sind, beginnen sich zu normalisieren: Blutdruck, Blutzucker und Blutfette wie Cholesterin und Triglyzeride verbessern sich deutlich. Auch Entzündungsprozesse werden unterbrochen, was mit einer Linderung oder Befreiung entzündungsbedingter Schmerzen einhergeht.

Sanierung von Magen & Darm

Während der Fastenperiode ruht die Verdauung und der gesamte Verdauungstrakt kann sich erholen. Das bietet die einmalige Möglichkeit, Magen- und Darmprobleme wie Gastritis, chronischen Durchfall und Verstopfung auszukurieren oder zumindest zu lindern. Auch Hämorrhoiden und andere Erkrankungen des Enddarms können besser abheilen. Tipp! Mithilfe eines Einlaufs wird der Dickdarm schonend gereinigt, wodurch sich auch die Darmflora neu aufstellen kann.

Entsäuerung der Bindegewebe

Lokale Übersäuerungen der Gewebe werden mit schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats, Bindegewebsschwäche, aber auch  Allergien und Konzentrationsstörungen in Verbindung gebracht. Zu den Hauptverursachern von Übersäuerung zählen Überernährung und Bewegungsmangel. Fasten wirkt entsäuerend und liefert als solches eine wirksame Option, den  Übersäuerungs-Kreislauf zu durchbrechen.

Stärkung des Immunsystems

Krankheitsanfälligkeit hängt mit der Beschaffenheit des Immunsystems zusammen – und mit der Beschaffenheit des Darms. Im Darm sind auf einer Fläche von 300 m² fast 2/3 aller Immunzellen beheimatet. Ist die auf der Darmoberfläche angesiedelte Darmflora geschädigt, kommt es zu einer Schwächung der Immunfunktionen. Fasten unterstützt die Ausbildung einer stabilen Darmflora und ist daher fixer Bestandteil jeder Darmsanierung.

Linderung chronischer Schmerzen

Erkrankungen mit chronischen Schmerzen – etwa aus der Familie der rheumatischen Erkrankungen wie zB Arthrose, Arthritis, Fibromyalgie, Morbus Bechterew usw. – sind auf entzündliche Überreaktionen des Immunsystems zurückzuführen. Die Entstehungsursache ist schulmedizinisch unbekannt, die Therapie basiert auf dem Einsatz von Schmerzmitteln – genauer von sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (zB Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure), die bei chronischer Einnahme Schleimhäute und Darmflora attackieren sowie die Funktion der Nieren (wichtiges Ausscheidungsorgan!) stark in Mitleidenschaft ziehen.

Fasten bewirkt in vielen Fällen eine erstaunliche Verbesserung des rheumatischen Krankheits- und Schmerzverlaufs (und ist umso wirksamer, je nachhaltiger die Ernährung nach Beendigung einer therapeutischen Fastenkur umgestellt wird). Der Grund liegt in der Leerung des körpereigenen, stark entzündungsfördernden Arachidonsäure-Pools und in der Dezimierung zirkulierender, entzündungsfördernder Stoffe wie Prostaglandine und Leukotriene.

Untersuchungen des Kompetenzzentrums der Uniklinik Jena an Patienten mit Gon-, Cox- und Poly-Arthrose zeigen, dass Fasten spätestens nach 2 Wochen Erfolge bringt und diese bis zu 3 Monate (!) anhalten – binnen kurzer Zeit kam es bei den fastenden Rheumapatienten zu einem Rückgang der Beschwerden sowie zu einer Verbesserung der Gelenkfunktionen.

Innere Kosmetik

Fasten und der damit einhergehende Abbau von Fett und schadhaften Substanzen geht auch mit einer Regeneration von Haut und Bindegewebe einher. Die Haut wird zarter, der Teint rosiger, das Gewebe straffer, Fältchen werden glatter und Unreinheiten weniger. Fasten liefert somit – zusätzlich zu den gesundheitlichen Benefits – einen kostenlosen Beauty- und Anti-Aging-Effekt.

Fazit

​Fasten geht nach dem Motto: Weniger ist Mehr! Oder anders formuliert: weniger (Über)Essen bringt mehr Gesundheit und Wohlbefinden! Arten von Fasten gibt es ​übrigens Viele - das Spektrum reicht von tageweisen Fasten bishin zu den verschiedenen Arten ​des Intervallfastens. Idealerweise immer auch den Arzt miteinbeziehen, wenn Du ​das Fasten ​für Dich ausprobieren möchtest! Es kann sich lohnen!



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