Beachtenswertes bei Intoleranzen - Cibatus

Beachtenswertes bei Intoleranzen

Beachtenswertes bei Intoleranzen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten treten immer häufiger in Erscheinung – insbesondere die Laktoseintoleranz und Fruktoseintoleranz. Manchmal werden sie belächelt, manchmal als Folge übertriebener Sensibilität abgetan und manchmal als zur Gänze ungefährlich (und somit vernachlässigbar) abgestuft.

Häufige Symptome sind gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfälle und Sodbrennen. Sofern sie nicht mit dauerhaften Durchfällen samt schwerem Wasser- und Elektrolytmangel einhergehen, gelten sie prinzipiell als ungefährlich.

Letzteres ist richtig, wenn die Unverträglichkeit durch einen Facharzt festgestellt wurde, und die betreffende Substanz auf jenes Maß reduziert wird, die für den Körper noch akzeptabel ist. Dazu ist das Ermitteln der individuellen Toleranzgrenze sinnvoll. Dabei handelt es sich um einen mehrphasigen Prozess, der mithilfe einer professionellen Ernährungstherapie gut umgesetzt werden kann.

Ein typisches Phänomen bei Unverträglichkeitsreaktionen ist, dass die nicht verträgliche Substanz in vielen Fällen gar nicht zur Gänze unverträglich ist, sondern erst ab einer gewissen Dosis – diese ist indviduell verschieden & sollte daher auch individuell ermittelt werden.

Der goldene Mittelweg

Im Wesentlichen lässt sich eine gute Vorgehensweise bei einer Nahrungsmittelunveträglichkeit mit den beiden Slogans „Nicht zu wenig“ und „Nicht zu viel“ zusammenfassen, weil sowohl zu kleine wie auch zu große Mengen mit Nachteilen verbunden sind.

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Nicht verwechselt werden sollte eine Unverträglichkeit mit einer Allergie. Eine Unverträglichkeit ist auf einen Mangel an Enzymen oder Transportmechanismen zurückzuführen. Bei einer Allergie wird die vermeintlich gefährliche Substanz vom Körper als so große Bedrohung angesehen, dass eine intensive Immunabwehr mobilisiert wird. Das kann – je nach Heftigkeit der Reaktion – lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Ein Beispiel zu den Unterschieden:

Eine Milchallergie ist immunologisch bedingt und bezieht sich auf das Eiweiß in der Milch – zum Beispiel auf das Protein Casein; eine Milchunverträglichkeit ist enzymatisch bedingt und bezieht sich auf den Zucker in der Milch – konkret auf den Milchzucker, auch bekannt als Laktose.

Eine Allergie löst eine Immunreaktion aus, eine Unverträglichkeit löst hingegen keine Immunreaktion aus, sondern ist – am Beispiel von Milch – die Folge eines Mangels an milchzuckerspaltendem Enzym „Laktase“.

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In diesem Artikel geht es ausschließlich um Unverträglichkeiten – insbesondere gegenüber den beiden Zuckern Laktose & Fruktose.

Nicht zu wenig!

Würde etwa Fruktose völlig gemieden werden, würde sich der Körper relativ rasch daran gewöhnen und bald selbst kleinste Mengen an Fruktose nicht mehr akzeptieren. Nachdem Fruktose den Hauptzucker von Obst ausmacht, und Obst bekanntlich reich an Nährstoffen und Ballaststoffen ist, wäre ein totaler Verzicht von großem Nachteil und somit auch bei einer Fruktoseintoleranz nicht wünschenswert.

Deshalb gilt als Faustregel: Früchte sind in jenem Ausmaß erlaubt, welches die persönliche Verträglichkeit zulässt – im Regelfall sind das zwar keine besondes großen Mengen, aber eben auch nicht keine, und das ist in Anbetracht des hohen Gesundheitswerts auch gut so.

[tw-toggle title=“Ausnahme hereditäre Fruktoseintoleranz“] Einzige Ausnahme bildet die sogenannte hereditäre Fruktoseintoleranz, die eine vererbliche, angeborene und sehr seltene Stoffwechselstörung ist. Deren einzige Therapiemöglichkeit ist derzeit das gänzliche Meiden von Fruktose und Saccharose. Die hereditäre Fruktoseintoleranz wird in diesem Artikel nicht behandelt, da es sich dabei um eine andere Thematik handelt.
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Nicht zu viel!

Aber auch das Gegenteil, also die uneingeschränkte Zufuhr schlecht verträglicher Substanzen kann zum Problem werden: in diesem Fall kommt es zu einer fortwährenden Anflutung des Darms mit Zuckern in unverträglich hohen Mengen, die wiederum jenen Bakterien als exzellente Nahrungsquelle dienen, die für das Beschwerdebild verantwortlich sind und zu pH-Wert-Verschiebungen sowie verstärkter Drucklast führen.

Achtung vor bakterieller Fehlbesiedlung

Solche Bedingungen können schließlich den Funktionsmechanismus der Ileozäkal-Klappe stark in Mitleidenschaft ziehen; dabei handelt es sich um einen klappenartigen Verschluss, der eigentlich als Schutz dienen und sterile Abschnitte des Darms vor Fehlbesiedlungen schützen sollte.

Ist dieses Verschluss-System undicht geworden, können Bakterien in Bereiche gelangen, wo sie von Natur aus nicht vorgesehen sind, und dort eine Fehlbesiedlung des Darms verursachen. Als Folgeerscheinung kann es zu einer permanent anhaltenden Symptomatik kommen – selbst dann noch, wenn die Ernährung zwischenzeitlich umgestellt worden ist. Eine solche Form der bakteriellen Fehlbesiedlung ist ein möglicher Grund, warum Magen-Darm-Beschwerden unklarer Herkunft oft nur schwer bestimmt werden können – und eventuell fälschlicherweise psychischen Problemen oder dem Reizdarmsyndrom zugeordnet werden!

Permanent zu hohe Mengen an unverträglichen Zuckern können zu einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Darms führen.

Daher sollte bei anhaltenden, nicht zuordenbaren Beschwerden – spätestens nach Ausschluss aller anderen in Frage kommenden Faktoren – die Möglichkeit einer bakteriellen Fehlbesiedlung in Erwägung gezogen werden! Diese ist behandelbar und kann damit den Leidensweg beenden.

Die bakterielle Fehlbesiedlung wird mittels Wasserstoff-Atemtest mit Glukose diagnostiziert. Glukose wird deshalb als Testsubstanz herangezogen, weil diese keine zusätzlichen Symptome auslösen und somit das Testergebnis nicht verfälschen kann.

Die Schulmedizin behandelt die bakterielle Fehlbesiedlung mit Antibiotika. In Anbetracht der Tatsache, dass Antibiotika auch die gesunderhaltenden Bakterien attackieren und Antibiotika-Resistenzen immer häufiger auftreten, kann sich als erste Behandlungsmaßnahme auch eine Darmsanierung bewähren.

Mit der Darmsanierung wird angestrebt, die Darmflora aufzubauen um dadurch wieder jene Bedingungen zu schaffen, die Parasiten auf natürliche Weise wenig Spiel lassen. Das ist wichtig, denn immerhin befinden sich 70 % des Immunsystems im Darm – dem Sitz der Gesundheit, wie es bereits Hippocrates lehrte. Zu diesem Zweck kommen Probiotika und Präbiotika zum Einsatz. Mehr zu diesem Thema gibt es auch hier zum Nachlesen.

Vergleich Früher & Heute

Fakt ist, dass sich unsere Ernährungsweise in den letzten Jahrzehnten viel stärker verändert hat als in den Jahrtausenden davor. Auch die Anforderungen an unsere Lebensmittel haben sich verändert.

Essen muss möglichst lange haltbar sein, möglichst lange frisch bleiben und möglichst gut schmecken. Nur so ist es möglich, Lebensmittel auch unbeschadet zu transportieren, zu lagern und zu verkaufen. Realisieren lassen sich diese Prioritäten mit Helferlein, zu denen sich eine Vielzahl an Geschmacksstoffen, Farbstoffen, Konservierungsmitteln, Säuerungsmitteln, Säureregulatoren und Stabilisatoren gesellen – kurz E-Nummern.

Künstliche Zusatzstoffe zählen zu den Hauptverdächtigen für den Anstieg der „Rebellionsaktionen“ des Körpers gegen vermeintlich gutes Essen.

Dieses Risiko lässt sich umgehen, indem wir – getreu dem Motto back to the roots – weniger „Fertiges“ und mehr „Frisches“, „Selbstgemachtes“ und „Selbstgepflanztes“ auf unseren Speiseplan setzen! Eigentlich ganz einfach, ganz logisch und ganz wirkungsvoll ; – ) !

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