Zu viel Stress ist ungesund - Cibatus Ernährungsblog

Faktor Stress

​Zu viel Stress ist ungesund. Das ist bekannt. Doch warum eigentlich?

Stress versetzt den Körper in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft, der zugleich mit bestimmten physiologischen Prozessen einhergeht und als solches auch nicht immer negativ bewertet werden muss.

So ist Stress als körperliche Ausnahmesituation durchaus sinnvoll, wenn beispielsweise Gefahr droht, die entweder Flucht oder Kampf erforderlich machen. Um diese Situation bestmöglich bewältigen zu können, reagiert der Körper nach einem evolutionsbiologisch bewährten Prinzip: es kommt zur Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin sowie Cortisol und Endorphinen. Diese Hormone sind notwendig um möglichst schnell & effizient agieren und reagieren zu können.

Zusätzlich erfordert eine stressige Belastungssituation auch jede Menge Energie. Daher reagiert der Körper parallel zur Hormonausschüttung mit einer Bereitstellung der Energiereserven: es werden Kohlenhydrat- und Fettrdepots mobilisiert und in Folge steigen Blutzucker, Cholesterin und Triglyzeride im Blut an.

Eine Stresssituation erfordert auch immer große Mengen an Sauerstoff: als Konsequenz erhöhen sich Blutdruck und Pulsschlag, weil für mehr Sauerstoff auch mehr Blut transportiert werden muss. Das wird durch die Beschleunigung des Herzschlags bewerkstelligt.

Der Körper ist nun für die körperliche Extremsituation optimal gewappnet. Im Falle eines Kampfes oder einer notwendigen Flucht sind alle Voraussetzungen gegeben, um so effizient wie möglich handeln zu können. Das ist die positive Seite der Medaille – im Ernstfall.

Die Kehrseite zeigt sich, wenn der Ernstfall und damit die körperliche Belastung ausbleiben, und die mobilisierten Nährstoffe ungenützt bleiben. Dadurch entsteht auf Dauer ein Ungleichgewicht, das sich umso intensiver auswirken kann, je häufiger die vermeintlichen Ausnahmesituationen auftreten.

    Bei Stress erhöhen sich im Blut Cholesterin, Triglyzeride und Glukose!

Zucker im Blut muss in die Zelle, um dort als Energie verbraucht zu werden. Außerhalb der Zelle richtet ein Zuviel an Blutzucker Schäden an Gefäßen und Nerven an, die zu Erblindung, Fußamputation, Dialyse und Herzinfarkt führen können. Das klingt extrem, ist aber das traurige Los vieler Diabetes-Patienten, deren Blutzucker sich zu lange in einem zu hohen Bereich befunden hat.

Frei schwimmende Blutfette lagern sich an den Innenseiten der Blutgefäße an, verengen und verhärten diese dort, und erhöhen mit zunehmender Enge auch den Blutdruck. Je mehr Plaques vorhanden sind, desto eher erhöht sich das Risiko, dass sich ein Teil dieser Ablagerungen löst. Daraus resultierende Gefäßverschlüsse können ebenfalls einen Infarkt oder Schlaganfall auslösen.

Selbstverständlich ist Stress nicht allein für alles verantwortlich. Allerdings kann konstante Alarmbereitschaft sehr wohl einen Beitrag dazu leisten, eine Folgeerkrankung zumindest mitzubegünstigen.

Daher lohnt es sich, zwischen positivem und negativem Stress zu unterscheiden.

Denn selbstverständlich ist Stress nicht nur schädlich, und darf auch nicht ausschließlich auf lebensbedrohliche Gefahrensituationen reduziert werden. So ist bekanntlich das „gesunde Maß“ an Stress notwendig, um gute Leistungen beispielsweise in Schule, Beruf oder Sport erbringen zu können.

Alles was jedoch überfordert und nicht mehr bewältigbar ist, wandelt sich in negativen Stress; etwa wenn permanent Höchstleistungen ohne Pausen verlangt werden, für die ein nicht oder nur sehr schwer leistbarer Kraftaufwand Voraussetzung ist. Gleiches gilt für sehr heftige, negative und emotional zehrende Gefühlszustände.

Hier kann das Überdenken von Prioritäten helfen, sich auf die tatsächlich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen um emotional über jenen Dingen zu stehen, die es nicht verdienen überbewertet zu werden. Beruhigung können auch Entspannungstechniken wie zum Beispiel Autogenes Training oder Yoga bringen. Ebenso können Bewegung und Sport dabei behilflich sein, körperlichen wie auch emotionalen Ausgleich zu finden. Vieles ist möglich, um dem Sog der chronischen Stressspirale zu entkommen und schließlich bessere Balance zu erreichen.
Körper und Seele bilden eine Einheit!


Körper und Seele bilden eine Einheit!

… so let´s calm down sometimes …


​Aus der Welt der Stresshormone...

Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin zählen zu den „fight-or-flight“-Hormonen, die in stressigen Situationen ausgeschüttet werden, um Gefahren so gut wie möglich meistern zu können. Alle drei Hormone gehören zur Familie der Katecholamine, die anregende Wirkung besitzen (konkret auf die alpha- und beta-Zellen des Herz-Keislauf-Systems). Sie werden daher zu den sogenannten „Sympathomimetika“ gezählt, die alle eine ähnliche Wirkung entfalten. So steigert zum Beispiel Adrenalin den Gefäßtonus, erhöht den Blutdruck und die Herzfrequenz, und sorgt für eine vermehrte Freisetzung von Glukose und Triglyzeriden im Blut. Diese körperlichen Reaktionen dienen dazu, alle energiebringenden Reserven schnellst möglich bereitzustellen. Adrenalin wird aus den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin in der Nebenniere produziert und wird z.B. in der Notfall- und Schocktherapie eingesetzt, aber auch zur Anregung der Herz- und Nierenfunktion sowie zur Blutungsminderung (durch Vasokonstriktion = Zusammenziehen der Gefäße). Aus Adrenalin wird Noradrenalin produziert, wofür Ascorbinsäure notwendig ist (zur Hydroxylierung einer Seitenkette). Dopamin ist ein Zwischenproukt zwischen Adrenalin und Noradrenalin.

Cortisol ist ein Steroidhormon, das zur Gruppe der Glukokortikoide zählt, weil es dazu in der Lage ist, Glukose abzubauen und in Folge den Blutzucker zu erhöhen. Cortisol ist an abbauenden Stoffwechselvorgängen beteiligt und greift in die Knochenbildung sowie in den Fettgewebs- und Eiweißstoffwechsel ein. Darüber hinaus besitzt es aldosteronähnliche Wirkung. Es beeinflusst aber auch Produktion und Verteilung von Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten, und ist dadurch in immunologische Prozesse involviert. Aufgrund seiner Immunsystem unterdrückenden, immunsuppressiven Eigenschaften wird es in der Medizin häufig zur Eindämmung von Entzündungen verwendet (wegen seiner Hemmwirkung auf den Transkriptionsfaktor NF-KB). Der bekannte Medikamentenwirkstoff Cortison ist die Vorläufersubstanz von Cortisol, der in höheren Mengen das typische Cushing-Syndrom verursachen kann; die Symptome kennzeichnen sich durch Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Gewichtszunahme, Abbau von Muskelmasse, Osteoporose, Bluthochdruck und hohe Blutzuckerwerte.

​Endorphine zählen zu den stärksten, körpereigenen Schmerzmitteln, die bekannt sind. Sie werden vom Organsimus in Belastungssituationen gebildet und gehören zur Familie der Morphine – ein berühmter Vertreter ist Morphium, und ganz genau genommen sind Morphin und Morphium ein und dasselbe. Der stark schmerzstillenden Wirkung dürfte das „natürliche Opium“ auch den Beinamen „Glückshormon“ verdanken. Endorphine können ein Ursache dafür sein, warum stressgeladene Situationen lange Zeit gar nicht als solche empfunden werden.

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