Aluminium in Nahrungsmitteln - eine Gefahr für die Gesundheit - Cibatus
Ernaehrungsberatung

Vorsicht Aluminium

Vorsicht Aluminium

Aluminium ist das häufigste Metall der Erdkruste, das keine Bioverfügbarkeit aufweist, und somit im Körper auch keine biologisch wichtigen Funktionen übernimmt.

Technologisch besitzt Aluminium dagegen eine Reihe von günstigen Eigenschaften, weshalb es von der Industrie sehr häufig eingesetzt wird und mittlerweile nach Eisen und Stahl das am meisten verwendete Metall darstellt. Vorteilhafte Gründe sind sein geringes Eigengewicht und seine hervorragenden mechanischen, elektrischen und thermischen Eigenschaften. So wird Aluminium heute für viele Fabrikationsprozesse (beispielsweise von der Flugzeug- und Automobilindustrie) verwendet und eignet auch als stromführendes Leitungsmaterial.

Auch die Lebensmittelindustrie macht sich seine Eigenschaften auf vielfältigste Weise zunutze. So bestehen Kochgeschirr und Lebensmittelverpackungen häufig aus Aluminium, bei der Trinkwasseraufbereitung wird es zur Wasserreinigung eingesetzt und in Lebensmitteln, aber auch in Arzneimitteln und Kosmetika ist es häufig als Zusatzstoff enthalten.

Hat Aluminium gesundheitliche Auswirkungen?

Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits geringe Mengen an Aluminium negative Effekte auf die Gesundheit haben können. Denn durch aluminiumhaltige Verbindungen können zahlreiche biochemische Prozesse beeinflusst werden, wobei das blutbildende System, das Gehirn, die Fortpflanzung und die Knochen besonders stark betroffen sind. Als Nervengift hat Aluminium Auswirkungen auf das Nervensystem und fördert Demenz-Prozesse.

Aluminium & Morbus Alzheimer

Ein Forschungsschwerpunkt liegt derzeit auf dem Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von Alzheimer und der Aluminiumaufnahme. Aluminium besitzt bereits in kleinen Mengen neurotoxische Wirkung, und kann darüber durch Komplexbildung die Blut-Hirnschranke überwinden und sich dadurch in hohen Mengen im Gehirn anlagern. Die Erkrankung charakterisiert sich durch die Bildung von Eiweißkomplexen in Form von harten, unlöslichen Plaques zwischen den Nervenzellen, in deren Mitte auch reichlich Aluminium enthalten ist. Daher untersuchen laufende Studien, inwiefern es sich bei diesen Plaques um eine Schutzmaßnahme des Körpers handeln könnte, um das Gehirn vor Schaden durch Aluminium zu bewahren. Das würde aber auch bedeuten, dass Aluminium ursächlich an der Entstehung beteiligt ist und immer mehr Studienergebnisse deuten mittlerweile darauf hin.

Prof. Dr. rer. nat. Konrad Beyreuther, Direktor des Netzwerks Altersforschung an der Universität Heidelberg gibt in einem Interview folgende Stellungnahme ab: „Aluminium wirkt auf isolierte Nervenzellen und Glia neurotoxisch und führt zum Untergang dieser Zellen.“ Und auf die Frage warum auf der Homepage der Internationalen Alzheimer-Gesellschaft steht, dass Aluminium keine Rolle spielt, antwortet er folgenermaßen: „Diese Argumentation bezieht sich auf die Befunde, die vor 20 Jahren und mehr Jahren erhoben wurden. Die heutigen Methoden zur Bestimmung von Aluminiumionen sind viel genauer. So konnte 2009 überzeugend gezeigt werden, dass Aluminium im Zentrum der – für die Alzheimer-Krankheit charakteristischen – Amyloidplaques in einer Konzentration von 35 – 55 ppm vorliegt. Außerdem wurden bei Alzheimerpatienten die gleichen Tau-Aggregatformen gefunden, wie sie nach Aluminiumintoxikation bei Kaninchen beobachtet werden.“

Aluminium & Knochen

Aluminium fördert die Entwicklung von Knochenabbauprozessen wie Osteoporose (Knochenschwund) oder Osteomalazie (Knochenerweichung), weil es Phosphor bindet und somit eine übermäßige Ausscheidung im Darm unterstützt. Gleichzeitig erhöht Aluminium die Ausscheidung von Calzium über den Urin. Nachdem es sich bei Calcium und Phosphat um sehr essenzielle Knochenmineralien handelt, kommt es aufgrund der hohen Verluste schnell zu einer gestörten Knochenmineralisierung und damit einhergehend auch zu einem übermäßig hohen Substanzverlust.

Welche Aluminiumquellen gibt es?

Aluminium ist sehr vielseitig verwendbar, weshalb es häufig eingesetzt wird und daher existieren mittlerweile auch sehr viele Kontaktquellen. In Zusammenhang mit Lebensmitteln besitzt Aluminium allerdings den großen Nachteil, dass Alu durch Säuren und Salze sehr leicht angegriffen wird. Sobald Aluminium also mit säurereichen oder salzhaltigen Lebensmitteln und Getränken in Berührung kommt, werden im Rahmen eines chemischen Prozesses Aluminiumionen herausgelöst, die dann in die Nahrungskette und schlussendlich in den Körper gelangen können. Säurereiche Lebensmittelkomponenten sind beispielsweise Tomatensauce, Rhabarberkompott, Apfelmus oder Fruchtsäfte.

Aluminium aus Aludosen

Hier sind Limonaden und Softdrinks sehr kritisch zu bewerten, weil es sich dabei um stark säurereiche Getränke handelt, die Aluminium besonders effizient herauslösen können. Verstärkt wird dieser Effekt durch Zitronensäure, die Softdrinks zwecks Säuerung häufig zugesetzt wird. Sie bildet mit Aluminium Komplexe und kann dieses über die Blut-Hirn-Schranke direkt ins Gehirn befördern.

Zitronensäure ist ein Komplexbildner, die Schwermetalle wie Aluminium oder Blei an sich bindet. Zusätzlich besitzt sie die Fähigkeit, die Blut-Hirnschranke zu überwinden und auf diese Weise Schwermetalle ins Gehirn zu transportieren. Zitronensäure ist sehr vielen Lebensmitteln zugesetzt. Als Konservierungsstoff ist sie unter E330 zu finden.

Aluminium aus Alufolie

Alufolie wird nicht nur zum Einwickeln und Lagern von Lebensmitteln verwendet, sondern auch zum Garen. Durch chemische Prozesse und Erhitzen gelangt Aluminium in die Nahrungsmittel, besonders wenn es sich dabei um säurereiche und/oder salzreiche Lebensmittel handelt. Auch Aludeckel sind davon betroffen, weshalb diese nicht abgeschleckt werden sollten.

Aluminium aus Kochgefäßen

Kochgefäße und Antihaft-Geschirr aus Teflon werden nicht selten aus Aluminium hergestellt, was mit großer Vorsicht zu genießen ist, weil es gleichzeitig hohe Aluminiumabgaben in den Körper verursachen kann. Denn sobald stark salz- oder säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke in Kontakt mit Alugeschirr kommen, lösen sich ebenfalls Aluminiumionen heraus.

Aluminium aus Trinkwasser

Wenn saurer Regen in den Boden einsickert, können sich daraus Aluminiumbestandteile lösen und (in meist eher geringen Mengen) in Flüsse und Seen und in Folge in die Nahrungskette übertreten. Ein mengenmäßig wesentlich höherer Anteil entsteht allerdings im Zuge der Aufbereitung von Trinkwasser durch aluminiumhaltige Chemikalien, die zur Beseitigung von Trübungen und Schwebstoffen eingesetzt werden um das Wasser klarer und optisch ansprechender zu machen.

Die gesetzlich festgesetzten Grenzwerte (EU-Grenzwert) für Trinkwasser liegen bei maximal 0,2 mg Aluminium pro Liter.

Die Situation in Österreich am Beispiel von Wien sieht so aus, dass laut MA 31 für die Trinkwasserversorgung das Wasser der I. und II. Wiener Hochquellenleitung verwendet wird, welches frei von Verunreinigungen ist. Daher müssen keine Flockungsmittel eingesetzt werden und infolge dessen liegt auch der Aluminiumgehalt unter 10 µg pro Liter.

Aluminium aus Konservierungsstoffen

In der Europäischen Union sind sowohl Aluminium als auch eine Reihe von Aluminiumverbindungen als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen, etwa als Festigungsmittel, Trennmittel, Backtriebsmittel, Farbstoff oder Trägerstoff für Farbstoffe. Lebensmittelzusatzstoffe auf Aluminiumbasis können die Aluminiumaufnahme durch Lebensmittel sehr stark erhöhen, weshalb sich ein prüfender Blick auf die Verpackung immer lohnt. Aluminiumverbindungen tarnen sich hinter den Kurzbezeichnungen  E173, E520 , E521, E522, E523, E541, E554, E555, E556, E558, E559, E1452.

Aluminium aus Medikamenten

Federführend unter den aluminiumhaltigen Medikamenten sind Säureblocker (Antazida). Sie werden zur symptomatischen Behandlung von Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder gastro-ösophagalem Reflux (Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre) eingesetzt. Genau genommen handelt es sich dabei um schwache Basen, die mit der Hydrochloridsäure im Magen zu einem Salz und Wasser reagieren, wodurch sich der pH-Wert erhöhen und schließlich überschüssige Magensäure neutralisiert werden soll. Wird die maximal mögliche Dosis eingenommen, kann die tägliche Aluminiumaufnahme je nach Präparat auf bis zu 5000 mg steigen.

Die tatsächliche Wirksamkeit von Antazida gilt jedoch als nicht erwiesen, in vielen Studien war die Wirksamkeit nicht wesentlich höher als in Placebos. Somit macht es durchaus Sinn, vor der Einnahme von Antazida eine Ernährungstherapie zur Linderung der Symptome in Anspruch zu nehmen.

Ein weiteres Beispiel für ein aluminiumhaltiges Medikament ist Aspirin, das zur Scherz- und Entzündungshemmung sowie zur Fiebersenkung häufig zum Einsatz kommt.

 

Wieviel Aluminium ist unbedenklich?

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) legt eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht fest.

Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine Empfehlung
ohne bindende Auflagen für die Industrie!!

Laugengebäck als Alulieferant!

Die Belastung von Laugengebäck (z.B. Brezel) mit Aluminium kann sehr hoch sein. Denn der Teig wird vor dem Backen mit verdünnter Natronlauge bestrichen oder in diese eingetaucht, damit die charakteristische Färbung und der besondere Geschmack zustande kommen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn das Laugengebäck anschließend nicht auf Aluminiumblechen gebacken werden würde, und sich infolge der Reaktion zwischen Salzlauge und Aluminium sehr hohe Mengen Aluminium herauslösen könnten. Alternativen wären Bleche aus Edelstahl, Stahlblech oder zumindest beschichtete Aluminiumbleche. Aus profittechnischen Gründen werden jedoch weiterhin Alubleche bevorzugt, weil sie die Backzeit verkürzen. Denn EU-weit und somit auch in Österreich gibt es keinen gesetzlich festgesetzten Grenzwert, weshalb die Aluminiumgehalte laut Konsumentenschützern „geradezu jenseitige Belastungen“ aufweisen können. Daher ist es dringend ratsam, den Backprozess beim Hersteller zu hinterfragen oder im Zweifelsfall ganz auf Brezel & Co zu verzichten.

Weitere Aluminiumquellen sind

Deodorants…
Schminkstifte…
Sonnenschutzmittel…
Lebensmittelverpackungen…
Aluflaschen…
Konservendosen…

Eine Studie zum Thema Aluminium des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit befindet folgendes…

„Entgegen der Annahme vieler vorangegangener Jahrzehnte besteht Grund zur Annahme, dass Aluminium keine harmlose Substanz ist sondern als toxisch anzusehen ist. Dafür liegen mittlerweile eine Vielzahl an Belegen vor. Daher muss auch die Verwendung von Aluminium als Chemikalie bei der Wasseraufbereitung, aber auch als Antazidum sowie für Töpfe und Pfannen in Frage gestellt werden.

Als kritisch ist weiters zu betrachten, dass eine andauernde Exposition von mit geringsten Mengen aus den verschiedensten Quellen – Lebensmittel, Trinkwasser, Kosmetika, Arzneimittel, Lebensmittelkontaktmaterialien – stattfindet.

Auch wenn die aufgenommenen bzw. absorbierten Mengen von Aluminium aus jedem dieser Anwendungsbereiche gering sind, so sind kumulative Effekte nicht auszuschließen und es ist bislang nicht bekannt, wie hoch die tatsächliche individuelle Gesamtexposition aus all diesen Anwendungsbereichen ist.“

Unsere Meinung dazu…

Das Alu-Thema ist eine hochbrisante Thematik, weil Aluminium einerseits vielfach zum Einsatz kommt und als Folge Mensch, Tier und Natur sehr häufig damit in Berührung kommen, und anderseits keine gesetzlichen Höchstwerte (!) für Lebensmittel festgesetzt wurden. Dadurch bekommen Produzenten leichtes Spiel, denn die Grenze zieht bestenfalls das ethische Verantwortungsbewusstsein, und das wird zugunsten von Profitmotiven erfahrungsgemäß nur allzu oft untergraben. Daher ist Vorsicht geboten und jede offensichtliche Kontaktquelle mit Aluminium wert gemieden zu werden.

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