Cholesterin - gesund oder ungesund? Cibatus Nutritioncare

​Wie gefährlich ist Cholesterin?

​Das Thema Cholesterin ​ist insbesondere in Zusammenhang mit seinen ​problematischen Auswirkungen auf die Gesundheit ​bekannt geworden. Was ist dran am ​Einfluss von Cholesterin und ist es tatsächlich so schädlich?

Wie für Vieles gilt auch für Cholesterin weder schwarz noch weiß. Cholesterin ist als Substanz in mehrfacher Hinsicht ​für die Gesundheit essenziel​l: es wird zur Bildung von Hormonen, Gallensäuren, Vitamin D, Nervengewebe und Zellwänden benötigt.

Allerdings in der richtigen Dosis, denn es kann vom Körper selbst hergestellt werden und muss daher nicht über die Nahrung zugeführt werden.

In zu hohen Mengen steht Cholesterin ​in ​Verdacht, ​für Gefäßverkalkungen (= Arteriosklerose) und Herz-Kreislauferkrankungen mitverantwortlich zu sein.

Was sind die Aufgaben von Cholesterin?

Cholesterin ist Bestandteil aller Zellmembranen (insbesondere Nervenzellwände)

Cholesterin erhöht die Stabilität der ​Zellwände (= Membranen) und hilft (gemeinsam mit Proteinen), Signalsubstanzen ein- und auszuschleusen.

Cholesterin ist Ausgangssubstanz für die Bildung wichtiger Hormone

​Cholesterin ist Ausgangssubstanz für den körpereigenen Aufbau der Geschlechtshormone Östrogen, Progesteron, Testosteron (= Steroidhormone) und der Nebennierenrindenhormone Cortisol und Aldosteron (= Corticoide).

Cholesterin ist Ausgangssubstanz für die Bildung der Gallensäuren

Gallensäuren wie zum Beispiel Cholsäure und Glykocholsäure ​werden aus Cholesterin aufgebaut.

Cholesterin ist Ausgangssubstanz für die Bildung von Vitamin D

​Die Vorstufe von Vitamin D - das Provitamin 7-Dehydrocholesterin - ist ein Zwischenprodukt der körpereigenen Cholesterinproduktion. ​Cholesterin ist  unverzichtbar, damit der Körper Vitamin D produzieren kann.

Cholesterin ist für die Embryoentwicklung essenziell

Cholesterin ist​ für das Wachstum des Embryos in den ersten 8 Wochen der Schwangerschaft unverzichtbar.

Bedarf an Cholesterin

Der menschliche Körper enthält etwa 140 g Cholesterin, wovon sich über 95 % innerhalb der Zellen und Zellmembranen befindet.

Der durchschnittliche tägliche Cholesterinumsatz eines Erwachsenen beträgt etwa 1 bis 1,5 g.

Pro Tag werden durchschnittlich 1 bis 1,5 g Cholesterin produziert. Hauptproduktionsort ist die Leber. ​

Rund 70 % stammen aus der körpereigenen Cholesterin-Produktion.Die Zufuhr von Cholesterin über Nahrung ist daher nicht notwendig und sollte sich auf maximal 300 mg pro Tag beschränken.

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin

Ein Blick auf den Blutbefund zeigt, dass es mehrere Cholesterin-Parameter gibt, welche die Höhe des „guten“ und „schlechten“ Cholesterins anzeigen. ​Ob gut oder schlecht hängt mit den Transporte​rn von Cholesterin zusammen:

Cholesterin ist in Fett löslich und in Wasser unlöslich, weshalb ​es an Transportpartikel gebunden werden muss um an ​die benötigten Stellen im Körper zu gelangen. ​

​Dafür existieren unterschiedliche Transportpartikel, die je nach Gehalt an Eiweiß und Fett eine unterschiedliche Dichte aufweisen (je höher der Gehalt an Eiweißen und je niedriger der Gehalt an Fetten, umso dichter sind sie). Daraus ergibt sich die ​Unterscheidung in HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin und VLDL-Cholesterin.

VLDL und LDL binden Cholesterin in der Leber und verteilen es über die Blutbahn im Körper. Der Überschuss an Cholesterin wird an HDL-Partikel gebunden in die Leber rücktransportiert und dort abgebaut.

Wofür stehen die Abkürzungen?

  • HDL ist die Abkürzung für High Density Lipoproteins = Lipoproteine mit hoher Dichte
  • LDL steht für Low Density Lipoproteins = Lipoproteine mit geringer Dichte
  • VLDL bedetuet „Very Low Density Lipoproteins = Lipoprotein mit sehr geringer Dichte

Chemisch betrachtet zählt Cholesterin zu den Fetten, das eine fettähnliche Substanz, jedoch keine Fettsäure ist.

Ist Cholesterin schädlich?

Ein hoher Cholesterinwert gilt als Risikofaktor für die Gesundheit.

Allerdings muss ​bei der Beruteilung des Cholesterinwerts zwischen den verschiedenen Fraktionen unterschieden werden. Als ungünstig gilt, wenn die Werte ​für LDL- und VLDL-Cholesterin hoch sind, ​und der Wert ​für HDL-Cholesterin ​niedrig ist. ​

Als Grenzwerte für HDL gelten mindestens 45 mg/dl und für LDL maximal 160 mg/dl.

Hohe LDL-Konzentrationen gelten auch als Risikofaktor, weil sie leicht oxidieren können. In oxidierter Form können sie das von ihnen transportierte Cholesterin nicht mehr ​an den Ort des Bedarfs abgeben, weil sie nicht mehr an die Andockstellen (= Rezeptoren) der Gewebszellen passen. Die Folge: Cholesterin lagert sich die oxidierten LDL-Partikel an den Wänden der Blutgefäße ab. Daher ​ist LDL-Cholesterin ​ein Risikofaktor ​für Arteriosklerose​. Bei Arterioseklerose kommt es zu entzündlichen Ablagerungen und krankhaften Veränderungen der Gefäßwände ​sowie zu ​Verengungen der Blutgefäße.

HDL-Cholesterin trägt hingegen zu einer Senkung des Cholesterinspiegels bei, weil das im Körper befindliche Cholesterin aus dem Gewebe in die Leber transportiert wird, wo der Abbau oder ​Umbau ​zu Gallensäuren erfolgt. Zudem scheint HDL auch einen positiven Effekt auf Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen auszuüben.

Neuere Daten weisen darauf hin, dass für eine Senkung des gesundheitlichen Risikos eine alleinige Steigerung des Gesamt-HDLs nicht genügt. Es existieren verschiedene Arten von HDL mit unterschiedlichen Eigenschaften – nicht alle scheinen im gleichen Ausmaß schützend zu wirken.

​Wie gefährlich ist erhöhtes Cholesterin?

Eine Vielzahl ​wissenschaftlicher Daten konnte überzeugend ​aufzeigen, dass durch die Nahrung zugeführtes Cholesterin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache der westlichen Länder.

Warum ist das so?

  1. Cholesterin ist Hauptbestandteil der Gefäßplaques, die Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) verursachen.
  2. Gefäßplaques verengen den Durchmesser der Blutgefäße wodurch sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Blutgerinsel stecken bleibt, die Stelle verstopft  und ein Infarktgestehen auslöst.
  3. Gefäßplaques sind instabil und brüchig, können abreißen und an der Abrissstelle eine blutende Wunde verursachen. In Folge wird die Blutgerinnung aktiviert und ein Thrombus gebildet, der seinerseits zu einer Gefäßverstopfung führen kann.

Es macht daher Sinn, den Cholesterinspiegel nicht ​unnötigerweise über die Nahrung zu erhöhen. Denn bei erhöhtem Cholesterinspiegel werden standardmäßig Cholesterinsenker verschrieben, die jedoch mit Nebenwirkungen behaftet sind.

Vorsicht Cholesterinsenker

Die gängie Praxis, erhöhtes LDL-Cholesterin medikamentös abzusenken, steht in der Kritik. Insbesondere dann, wenn es sich um gesunde Menschen handelt, die aus prophylaktischen Gründen dauerhaft Statine verordnet bekommen. Denn Statine können zu gravierenden Nebenwirkungen führen, die den tatsächlichen Nutzen überdecken. Statine reduzieren die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 5 Jahren ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden zwischen 2 und 3 % – eine unter Anbetracht der Nebenwirkungen bedenklich niedrige Erfolgsquote.

In der Literatur sind Fälle von totalem Gedächtnisverlust in direktem Zusammenhang mit cholesterinsenkenden Medikamenten dokumentiert. Denn die Einnahme von Statinen sinkt nicht nur der Cholesterinspiegel im Blut sondern auch der Cholesterinspiegel im Gehirn ab.

Der LDL-Spiegel korreliert mit der Gedächtnisleistung und weiteren kognitiven Fähigkeiten. Ein Absenken führt zu einem Rückgang von Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit. Eine  mögliche Erklärung liefert die Tatsache, dass Cholesterin für die Ausbildung von Synapsen im Gehirn eine wesentliche Rolle spielt. Gut entwickelte Synapsen gelten von elementarer Bedeutung für Lernen und Gedächtnisfunktion.

Die Nebenwirkungsproblematik von Statinen ist so hoch, dass Schwangere während des ersten Schwangerschaftsdrittels keine Statine einnehmen dürfen. Grund ist das hohe Risiko für schwerte Fehlbildungen des Zentralnervensystems und der Gließmaßen des Kindes.

Natürliche Cholesterinsenker

Diverse Nährstoffe wirken cholesterinsenkend

Es gibt Nährstoffe, die den Fettstoffwechel positiv beeinflussen. Dabei kommt es zu einem komplexen Zusammenwirken von Prozessen im Körper, die auf die Cholesterinproduktion in der Leber Einfluss nehmen indem sie die Aufnahme von Cholesterin reduzieren, die Rückresorption aus dem Darm vermindern sowie die Ausscheidung von Gallensäuren erhöhen.

Bewährte Cholesterinsenker sind Lebensmittel, die Phytosterine und Phytostanole enthalten. Enthalten sind sie in grünem, gelbem und orangem Obst und Gemüse sowie in Nüssen, Samen, Kernen und Hülsenfrüchten (z.B. Bohnen, Linsen, Erbsen, Lupinen und Soja). Auch in Pflanzenölen sind sie enthalten.

Die Wirkung von Sterinen wurde im Jahr 1951 erstmals bekannt und wurde seither durch zahlreiche klinische Studien bestätigt. 1 – 4 g Phytosterine sind im Durchschnitt dazu in der Lage, den LDL-Cholesterin-Spiegel um  5 – 15 % zu senken.

Fasten wirkt cholesterinsenkend

Heilfasten lässt sich mit „Ballast abwerfen“ vergleichen, was auf viele Erkrankungen günstigen Einfluss hat. Beim Fasten wird der Körper dazu animiert von seinen Reserven zu leben und alles Überschüssige zu verwerten – eine überaus gesundheitserhaltende und -fördernde Eigenschaft, die allerdings  nur in Notzeiten aktiviert wird.

Notzeit muss aber nicht nur eine Hungerphase bedeuten, sondern kann sich auch auf eine Krankheitsphase beziehen, die durch Nahrungsüberschuss hervorgerufen wurde.

Überhöhte Cholesterinspiegel werden beim Fasten effektiv abgebaut – im Durchschnitt sind es 30 %.

Es gibt viele Formen des Fastens – vom gänzlichen Verzicht auf feste Nahrung für einige Tage bis hin zu Intervallfasten (z.B. einen Tag essen, einen Tag  nicht essen) und Abendfasten (z.B. Dinner Canceling).

Bewegung wirkt cholesterinsenkend

Sport ist gesund – ​und senkt überhöhte Cholesterinspiegel an den Gefäßen. Schon leichte bis mäßige Bewegung trainiert die Muskulatur und hat Einfluss auf Fettstoffwechselprozesse: zu hohe Spiegel an LDL-Cholesterin werden erniedrigt und günstiges LDL-Cholesterin erhöht.

Früher musste man für das Essen entweder auf die Jagd gehen oder Obst, Gemüse und Kräuter sammeln. Dies ist nicht lange her und in ärmeren Land noch immer Praxis, weshalb unsere Gene noch immer so programmiert sind wie früher. Wer essen und dabei gesund bleiben will, muss essen und sich bewegen!

In welchen Nahrungsmitteln ist Cholesterin enthalten?

Cholesterin ist ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Pflanzen enthalten zwar eine cholesterinähnliche Struktur, allerdings mit anderen Eigenschaften.

Besonders hohe Mengen Cholesterin enthalten fettreiche tierische Produkte – also fette Wurstprodukte, Speck, Schwarte, Innerereien sowie fette Milchprodukte wie Butter und Schlagobers und das Eigelb in Eiern.

Fazit

Cholesterin ist lebenswichtig, muss aber über die Nahrung nicht zugeführt werden, weil der Körper die Substanz in der benötigten Dosis selbst produziert.


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