Wissenswertes bei Diabetes mellitus

Diabetes mellitus hat viele Facetten. Einerseits können permanent hohe Blutzuckerwerte gefürchtete Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Erblindung oder Nierenversagen verursachen. Anderseits lässt sich die Zuckerkrankheit aber auch sehr gut behandeln, was wiederum viele Nebenwirkungen fernhalten und ein beschwerdefreies Leben ermöglichen kann. Die Ernährung hat eine Reihe an Wirkstoffen zu bieten, die sich auf die körpereigene Blutzuckerregulation besonders günstig auswirken können.

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Vitamin C

Vitamin C hemmt Verzuckerungsprozesse im Körper und hilft dadurch den Blutzuckerspiegel zu senken, was sich auch am Langzeitzucker-Wert HbA1c messen lässt. Zusätzlich vermag das Vitamin gefäßverstopfendes Cholesterin sowie erhöhten Blutdruck zu senken. Als Antioxidans besitzt Vitamin C die Fähigkeit, körpereigene Zellen vor Oxidation und Radikalen zu schützen. Vitamin C ist auch direkt an der Wundheilung beteiligt, was bei diabetischen Wundheilungsstörungen ganz essenziell ist.

Reichhaltige Quellen sind Zitrusfrüchte, Paprika, Kiwis, Acerola-Kirschen und Schwarze Johannisbeeren.

Vitamin B-Komplex

Die Vitamine des B-Komplexes wirken schützend auf das Nervensystem und insbesondere die Vitamine B1, B6 und B12 haben sich bei bereits bestehenden Nervenschädigungen als wirksame und schmerzlindernde Begleittherapie erwiesen. Vitamin B3 ist außerdem dazu imstande, die Insulinwirkung an den Zellen zu erhöhen.

B-Vitamine sind in besonders hohen Mengen in Vollkornprodukten enthalten, Vitamin B12 überwiegend in tierischen Produkten.

Vitamin K

Vitamin K regt die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse dazu an mehr Insulin zu produzieren. Gleichzeitig werden Fettzellen zur Bildung des Hormons Adiponektin stimuliert, was die Empfindlichkeit gegenüber Insulin steigert und die Insulinresistenz verringert. Daher gilt Vitamin K allgemein als wichtiger Schutzfaktor bei Diabetes.

Reich an Vitamin K sind Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Mangold, alle grünen Blattsalate sowie Brokkoli, Karfiol und Kohl.

Chrom

Chrom fördert die Bildung von Andockstellen (Rezeptoren) für Insulin an den Zellen, was das Schlüssel-Schloss-Prinzip verbessert und die Wirkeffizienz steigert. Zusätzlich ist Chrom imstande, den Triglyzeridspiegel abzusenken. Chronisch erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte zählen zu den Hauptverursachen für arteriosklerotische Gefäßablagerungen. Darüber hinaus scheint Chrom bei der Entwicklung von Heißhungerattacken eine Rolle zu spielen: so zeigten Studien, dass das Risiko für unkontrolliertes Essverhalten umso höher ist je niedriger die Versorgung mit Chrom ist.

Die Hauptlieferanten für Chrom sind Nüsse und insbesondere Paranüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Trockenfrüchte und Bierhefe.

Blick in die Geschichte
Bereits 1929 kannte man die insulinaktivierende Wirkung von chromreichem Presssaft.1975 wurden erstmals Chrom-Mangelerscheinungen nachgewiesen, die sich durch gezielte Chrom-Gaben wieder beheben ließen. Zahlreiche Studienautoren vertreten die Meinung, dass die Ursache vieler Diabeteserkrankungen mit einer vorangegangenen, langfristigen Unterversorung mit Chrom in direktem Zusammenhang steht. Und immerhin wiesen Studien bereits in den 1980er-Jahren darauf hin, dass Chrom für den Glukosetoleranzfaktor und somit insgesamt für die Regulation des Blutzuckers von enormer Bedeutung zu sein scheint!

Zink

Zink nimmt bei Diabetes einen besonderen Stellenwert ein. Es ist einerseits für die Wundheilung unverzichtbar, was sowohl für die Vermeidung wie auch für die Behandlung eines diabetischen Fußes von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus fördert Zink die Speicherung von Insulin, die Erhöhung der Insulinwirkung an den Zellen und den Schutz der insulinproduzierenden beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Zink gilt auch allgemein als insulinähnliche Substanz.

Reichhaltige Quellen für Zink sind Vollkorngetreide, Käse, Milchprodukte, Fleisch und Schalentiere.

Magnesium

Magnesium reduziert den Nüchternblutspiegel und verbessert die Effizienz der Blutzuckerregulation. Zusätzlich erhöht es die Insulinempfindlichkeit der Zellen und regt die Bauchspeicheldrüse dazu an mehr Insulin zu produzieren. Ergänzend lässt sich auch der Blutdruck günstig beeinflussen, weil Magnesium auf die Wände der Arterienmuskulatur entspannend wirkt und dadurch das Herz entlastet – das Wirkprinzip der Gefäßerweiterung kommt auch in vielen blutdrucksenkenden Medikamenten (auf unterschiedliche Weise) zum Einsatz.

Ergiebige Magnesium-Quellen sind Nüsse, Vollkornmehl, Hülsenfrüchte und grüne Gemüsesorten.

Kalium

Studien haben gezeigt, dass ein Mangel an Kalium eine zufriedenstellende Blutzuckereinstellung erschweren kann. Kalium gilt gemeinsam mit Magnesium auch als wichtiger Schutzfaktor für das Herz, weil beide Mineralien direkt an der Herzaktion beteiligt sind. Daher ist es sinnvoll, auf eine ausreichende (allerdings auch nicht zu hohe) Zufuhr zu achten!

Quellen sind Trockenobst, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Bierhefe, pflanzliche Öle und Bananen.

Vitamin D

Vitamin D fördert die Anlage von Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse sowie die Fähigkeit der Zellen, auf Insulin zu reagieren. Zusätzlich regt das Sonnenvitamin die Produktion und Ausschüttung von Insulin an. Vitamin D-Mangel kann umgekehrt eine geringere Freisetzung von Insulin zur Folge haben. Über die Ernährung kann der Bedarf an Vitamin D kaum gedeckt werden. Natürlicherweise wird Vitamin D über Sonnenstrahlung in den Sommerhauten in der Haut gebildet, allerdings nur wenn das UV-B-Licht der Sonne ungehindert auf größere Teile (zum Beispiel an Armen und Beinen) scheinen kann. Dabei gilt, dass die Haut maximal die Hälfte jener Zeit der Sonnenstrahlung ausgesetzt sein darf, bis sich ein Sonnenbrand entwickeln würde. Letzteres ist in jedem Fall zu vermeiden! Weitere Infos zu Vitamin D gibt es hier.

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Leinsamenöl, Leinsamen, Chiaöl, Chia, Walnussöl, Nüsse

Omega-3-Fettsäuren sind ein wichtiger Gefäßschutz, weil sie die Fließeigenschaften des Bluts verbessern, Plaque-Ablagerungen an den Gefäßen verhindern, Entzündungsprozesse hemmen und das Immunsystem stärken. Gefäßpflege hat bei Diabetes insofern hohe Priorität, als dass jede diabetischen Organbeeinträchtigung auf eine (überzuckerungsbedingte) Gefäßschädigung zurückzuführen ist. Omega-3-Fettsäuren kommen in pflanzlichen Ölen allerdings in unterschiedlich hohen Mengen vor: ein besonders günstiges Fettsäurenverhältnis weisen Hanföl, Leinöl, Chiaöl, Walnussöl und Rapsöl auf.

Empfohlen werden etwa 1 bis 2 Esslöffel hochwertiges Öl pro Tag sowie eine kleine Handvoll Nüsse, Samen oder Saaten.

Hafer

Vor der Entdeckung des Insulins 1921 war Hafer ein wichtiges Behandlungselement bei Diabetes: dazu erhielten die Patienten 2 bis 4 Mal täglich etwa 250 g Hafer aufgeteilt auf bis zu 4 Mahlzeiten. Hafer punktet mit hohen Mengen an jenen Nährstoffen, die sich bei Diabetes als besonders günstig erweisen: Vitamine des B-Komplexes, Zink, Eisen, Chrom und Magnesium sowie beta-Glukan und (die ausschließlich im Hafer vorkommenden) Aventhramide. Die beiden letztere wirken blutzuckerstabilisierend, cholesterinsenkend und gefäßschützend.

Noch bis in die 1960er Jahre wurde die Haferkur als Therapieoption genutzt, um Patienten nach einem Zuckerschock zu stabilisieren und die Insulingaben so gering wie möglich zu halten. Daher Achtung bei Insulinzufuhr oder insulinfreisetzenden Medikamenten: hier sollte die Möglichkeit einer Unterzuckerung berücksichtigt werden und die Dosierung bereits vor der Ernährungstherapie durch den behandelnden Arzt angepasst werden! Weitere Infos zur Haferkur gibt es hier.

Kurkuma

Kurkumin verstärkt den blutzuckersenkenden Effekt und hilft einer diabetischen Neuropathie entgegenzuwirken. Bei bereits bestehenden Nervenschmerzen wirkt das Gewürz schmerzlindernd. Berühmt wurde der Wirkstoff der Kurkuma-Wurzel durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften, die unter Experten als hochwirksam eingestuft werden.

Kurkuma eignet sich zu allen Formen von Eintöpfen, Suppen und Kartoffelgerichten, aber auch Aufstrichen oder Rohkostgemüse kann als Gewürz eine interessante Geschmacksnote verleihen!

Chili

Der Wirkstoff Capsaicin blockiert die Übertragung und Weiterleitung von Schmerzen durch Hemmung scherzauslösender Botenstoffe wie beispielsweise der sogenannten Substanz P. Zusätzlich wird – besonders in der Schmerzregion – die Durchblutung angeregt. Bei Diabetes kommen diese Wirkeigenschaften vor allem jenen Nerven zugute, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung vermehrt Schmerzreize aussenden.

Chili passt ähnlich wie Kurkuma zu allem, was auch mit Salz und Pfeffer gewürzt werden könnte! Seien Sie verschwenderisch und würzen Sie fleißig mit Gewürzen wie Chili, Kurkuma sowie schwarzem, weißem oder rotem Pfeffer (und wenig Salz)!

Zimt

Zimt ist aufgrund seines guten Geschmacks sehr beliebt. Das Gewürz eignet sich neben seiner aromatischen Komponente aber auch als multifunktionelles Medikament. Denn Zimt wirkt blutzuckersenkend, insulinregulierend, cholesterinsenkend, fettabbauend und stoffwechselanregend. Bei häufiger Verwendung ist es ratsam Ceylon-Zimt zu verwenden, weil dieser einen sehr geringen Gehalt an Cumarin besitzt und somit besonders verträglich ist.

Günstige Ergebnisse konnten bereits mit 1 Prise Ceylon-Zimt pro Tag erzielt werden!

Bierhefe

Bierhefe zählt zu den Nahrungsergänzungsmitteln mit der höchsten natürlichen Konzentration an Nährstoffen, insbesondere an Vitamin B1, B2 und Niacin sowie allen essenziellen Aminosäuren. Bierhefe enthält natürlicherweise den Glukosetoleranzfaktor, der regulierend auf den Zuckerstoffwechsel wirkt indem die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin erhöht wird. Auch erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte lassen sich mit Bierhefe positiv beeinflussen.

Bierhefe wird in Drogerien und Reformhäusern angeboten und etwa 5 – 10 g pro Tag werden benötigt um den üppigen Nährstoffmix optimal arbeiten zu lassen!

Gesunde Darflora

Der Darm beherbergt rund 70 % des Immunsystems. Für Gesundheit und Wohlbefinden ist eine intakte Darmflora unerlässlich, weil sie einerseits die Ausfilterung von Krankheitserregern und gleichzeitig die Aufnahme von lebenswichtigen Nährstoffen übernimmt. So werden alle bei Diabetes genannten Nährstoffe umso besser in den Körper an den Ort ihres Bedarfs befördert (zum Beispiel in die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse), je intakter diese ist. Pflegen lässt sich die Darmflora sowohl „probiotisch“ wie auch „präbiotisch“. Probiotika sind zum Beispiel in Joghurts, Kefir, Sauermilch sowie milchsauer fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut oder Sauerkrautsaft enthalten, Präbiotika in Haferflocken, Artischocken, Chicoree, Zwiebeln und Knoblauch.

Probiotika sind besonders widerstandsfähige Mikroorganismen, die die Darmflora besiedeln und dieser gesundheitliche Vorteile verschaffen können. Prominentes Beispiel sind die Milchsäurebakterien der Gattung Lactobacillus und Acidophilus. Präbiotika hingegen sind für den Menschen unverdauliche Bestandteile, die den Probiotika als wertvolle Nahrungsquelle dienen und diese dadurch gut gedeihen lassen. Gemeinsam ergeben Probiotika und Präbiotika die Synbiotika, die im Duo synergistisch und als solche für ihren Wirt (in unserem Fall: die Menschen) besonders effizient wirken können.

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Achtung Übergewicht!

Übergewicht ist nicht nur ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2, sondern insbesondere auch für die Ausbildung von diabetischen Folgeerkrankungen. Am Beispiel von Bluthochdruck belastet jedes adipöse Kilogramm Körpergewicht den Blutdruck mehr, umgekehrt entlastet aber auch jedes verlorene Kilogramm Fett den Körper so sehr, sodass der Effekt bereits messbar ist! Diese positiven Auswirkungen einer Gewichtsnormalisierung beschränken sich nicht nur auf Bluthochdruck oder gesteigerte Blutfette, sondern selbstverständlich auch auf die Therapie von Diabetes mellitus Typ 2.

Letzte Aktualisierung: 7.8.2016

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